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freude, schoener goetterfunken… 30. Juli 2010 um 13:41 Uhr

…europa hat mich wieder. zumindest mal im geografischen sinn, im politischen ist das ja so eine sache mit der tuerkei. die tuerken die ich gefragt hab wuerden sich eher zu europa zaehlen obwohl nur 4% des landes auf dem europaeischen kontinent liegen.
aber wie auch immer: bin dann noch ein paar weitere tage in antalya geblieben, wollt noch den beginn von einem dj-festival abwarten und ausserdem wars so lustig mit allen leuten. da haetts dann sogar einen fernsehbericht ueber mich geben sollen, quasi ich bin um die welt gefahren nur um aufs tolle festival zu kommen, ausserdem haett ich interviews machen sollen. ist dann aber immer verschoben worden, am ersten abend waren auch so ca 150 leute statt den erwarteten 4000 da, der dreh wurde dann auf den 2.tag verschoben aber da wars mir dann zu bloed und ich hab beschlossen doch mal aufzubrechen.
na und weil ich so ein toller gast war haben eray, sein mitbewohner nuri und sein areitskollege ahmet befunden dass sie mich noch ein bisschen begleiten muessen, sind also alle vier nach olympos weitergefahren

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von links nach rechts sind das nuri, ahmet, die bestizerin von dem lokal vor dem wir gestanden sind (auch eine freundin von den dreien) und eray. und am abend sind noch erays cousine eylem und tebriz (oder so aehnlich) dazugekommen

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waren also genug leute ums lustig zu haben und olympus selbst ist auch ganz nett

aber irgendwann dann halt doch abschiedsfoto, den gelben t3 hat eray aus italien hergebracht

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hab mich dann mit vielen guten tipps und ratschlaegen weiter auf den weg gemacht, ist allerdings nicht leicht hier schnell voranzukommen, bin immer wieder von straenden und so aufgehalten worden. weil, was den massentourismus betrifft, der ist westlich von antalya auch nicht mehr so wirklich ausgepraegt

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ja und, wie immer, hinterland mit schoen und syncro-gerechten strecken

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von dem platz bin ich dann aber leider weeggestampert worden, macht nix, hab ich mich im wald versteckt

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hab mir dann zwischendurch mal angeschaut wie viel zeit ich noch hab und hab dadurch erst bemerkt wie sehr ich herumgetroedelt hab, war zwar sehr sehr angenehm aber hab dadurch ein bissl einen stress aufgerissen und musste quasi alle tipps in den wind schlagen, alle plaene canceln und doch ein bissl ans kilometermachen denken

und diesen plan hab ich dann auch einen tag lang wunderbar verfolgt. als ich nach foca gekommen bin (uebrigens auch sehr schoen) hab ich dann allerdings erfahren dass da am naechsten tag ein rockfestival startet und ganz unbesucht hab ich das auch nicht lassen koennen. also ein bisserl in foca geblieben, hatten da sogar einen vorreservierten parkplatz fuer mich

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location fuers festival war eine halbinsel mit buehne quasi schon am wasser

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war ziemlich ok, genau die richtige groesse, karte 5 tage inkl camping 35€, bier 1,5€, kebab 1,5€. so haett ich das in oesterreich bitte auch gerne. einziges manko, und fuer ein festival von nicht geringer relevanz, war die qualitaet der bands, war eigentlich nur eine gut. aber war der erste von 5 tagen, wollten die veranstalter wahrscheinlich noch nicht ihr ganzes pulver verschiessen.

war aber nur einen abend am festival, wie schon erwaehnt muss ich ein bissl weiterkommen, will naemlich noch die evi in athen besuchen. also falls die griechen wieder die tankstellen oeffnen, wenn die weiterstreiken muss ich das canceln sonst sitz ich naemlich naechstes wochenende ohne treibstoff auf einer griechischen autobahn statt im podo. aber egal, bin also gestern weiter und, wie schon erwaehnt, gleich bis zur kontinentgrenze gekommen. nachdem istanbul von der kueste aus ein ziemlicher umweg gewesen waere hab ich daher diesmal die dardanellen dem bosporus vorgezogen. grad noch in asien

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dauerts nur 10min nach europa

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und da bin ich jetzt, traraa, und schlag auf schlag gehts weiter, faehre hinter mir und griechenland direkt vor mir, in einer stunde bin ich also auch politisch ohne zweifel in europa. und unfassbarerweise voraussichtlich in einer woche zuhause. kinder, wie die zeit vergeht.

cruising the tuerkische riviera 21. Juli 2010 um 19:54 Uhr

bin von syrien ueber eine kleine grenze in die tuerkei gefahren, das war praktisch weil da hat niemand gewusst was er mit mir anfangen soll, dadurch ist auch keinem aufgefallen dass ich eigentlich noch 200 dollar dieselsteuer nachzahlen muss, also gut so.
und in der tuerkei hab ich mir gedacht dass ich moeglichst schnell an die kueste will, hab mir deshalb gleich mal tuerkische muntermacher reingehaut

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und bin ueber ein paar huegel an die kueste gefahren

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und da wars dann erst mal aus mit der romantischen vorstellung eines schoenen mittelmeeres das ich jetzt 3 wochen gemuetlich entlangtuckern kann. bin bei mersin ans meer gekommen und hab mich dann bald gefragt wann die stadt aufhoert, nach 50km hab ich dann einsehen muessen dass das schon lang nicht mehr die stadt ist sondern die kueste einfach so aussieht hier. 10m strand, kleiner asphaltierter gehweg und dahinter 4 reihen hochhaeuser und ferienclubs. und das ganze noch komplett versaut und eine milliarde touristen pro quadratzentimeter, zwar ausschliesslich tuerkische touristen aber das hats auch nicht besser gemacht. hab also schon das schlimmste befuerchtet fuer die naechsten tage, zum glueck is es aber nicht ewig so geblieben, zwischen silifke und alanya hab ich doch noch zumindest ein stueck von dem kuestenabschnitt gefunden den ich fuer den ganzen weg erhofft hab

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besonders wenns zwischendurch ins hinterland gegangen ist

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weil die kueste eine steilkueste ist

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ganz so bleiben wirds aber auch hier nicht, wird schon fleissig an einer autobahn, oder zumindest schnellstrasse, fuer den abschnitt gearbeitet

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und nicht ins hinterland gefahren sondern an der kueste geblieben bin ich weil vergangenes wochenende die geli noch mal vorbeigeschaut hat, flug hat sie nur nach antalya bekommen, habe mich schon darauf eingestellt hier bedingungen wie bei mersin vorzufinden. aber, hoechst erfreulich, antalya ist anders, die tausend russischen, deutschen und oesterreichischen touristen bekommt man quasi gar nicht zu gesicht weil sie alle in ihren clubs bleiben, alles ist bedeutend sauberer und die leute ziemlich genial. bei der suche nach einem campingplatz bin ich gegenueber vom oeffentlichen strand auf ein kleines waeldchen gestossen, da campen 4 oder 5 tuerkische familien aus ankara und der umgebung hier, hab ich mich dazugestellt

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und vom ersten moment an haben sich alle um mich gekuemmert, koennte den ganzen tag damit verbringen eine einladung nach der anderen zu fruehstueck, mittag-, abendessen oder zumindest cay wahrzunehmen

freitag abend ist dann geli angekommen und wir haben uns fuers wochenende in die berge verzogen, nur 10km im hinterland schauts dann wieder komplett anders aus, schoen naemlich und nette kleine doerfer

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leckere forellen um fast kein geld und die dazugehoerigen baeche

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und seit sonntag abend bin ich wieder allein, hab mir gedacht ich geh am montag noch zur werkstatt und fahr dann gleich weiter. in der werkstatt ist dann ein bisserl was repariert worden und ein bisserl was zerstoert worden, am rueckweg hab ich dann aber praktischerweise eray getroffen. eray ist auch mit t3 unterwegs, nachdem er ein italienisches nummerntaferl hat bin ich gleich mal stehengeblieben, hat sich dann herausgestellt dass er tuerke ist der im winter immer in italien wohnt, hat mich gleich am naechsten tag zum fruehstueck eingeladen und gemeint nachher zeigt er mir eine werkstatt bei der der schaden noch am geringsten gehalten wird. haben wir dann auch so gemacht, das ist eray am naechsten tag beim spureinsteller

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naja und dann hab ich auch den restlichen tag mit eray und seinen freunden verbracht, am abend dann auch die altsatd angeschaut

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auch nett, touristen nur direkt am hafen und alle leute genial

ja und heut wollt ich wieder weg und bin aber immer noch da, wieder den ganzen tag mit eray und seinen freunden unterwegs und am abend gehts wieder zu meinen familien am strand. also mein antalya-fazit bisher bestaetigt zwar die komplette nicht-existenz von netten straenden und natur aber die leute hier schaffen es in beeindruckender art und weise diesen mangel mehr als wett zu machen

die suche nach einsamkeit 10. Juli 2010 um 17:23 Uhr

also wegen heimkommen: werde am 7.8. nachmittag in podersdorf eintrudeln wenns stimmt, wuerd mich natuerlich freuen den einen oder anderen da zu sehen, bin aber natuerlich niemand boese der keine zeit/bock hat, werd wahrscheinlich eh mit mehr als 2 leuten ueberfordert sein. und nach den ganzen monaten in muslimischen laendern sowieso nach 2 bieren umfallen.

ansonsten: war in damaskus schon am aufbruch als zwei hollaender am campingplatz eingetrudelt sind, yasper und ralf, ebenfalls mit t3 unterwegs

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mit denen wars dann ganz lustig, ausserdem haben sie mir geholfen den allrad am yak wieder zu aktivieren. hat meine abreise noch mal um 2 tage verzoegert, macht nix, hab ja nicht unbedingt einen fixen zeitplan. bin schon froh wenn ich einen ungefaehren plan hab was ich am aktuellen tag so vorhab

danach weiter in den norden zu den dead cities, sind staedte die aus unbekanntem grund verlassen wurden und jetzt als geisterstaedte herumstehen, hab mir gedacht da kann man sicher gut campen. in einem kleinen ort kurz davor hat mich dann aber romeo gefunden

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und dann war ich statt zu campen 2 tage bei ihm und seiner familie, exrem nette und liberale leute, hab einiges gehoert was ich mir in einem arabischen land sicher nciht erwartet haette. und auf dem bild gibts gerade ausgiebiges fruehstueck, ueberhaupt wurde ich da ziemlich gemaestet

und zwischendurch mal kurz die dead cities angeschaut

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waer tatsaechlich extrem genial da zu campen aber daran war in dem fall natuerlich nicht zu denken

daher nach 2 tagen weiter nach aleppo

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dort den stephan noch mal am abend getroffen, als ich um mitternacht zum auto zurueckgekommen bin hat mich der nette mann vor dessen garten ich gestanden bin schon erwartet und dann hats noch tee und futter bis 02:30 gegeben

wollt in aleppo eigentlich mein visum verlaengern lassen, ist eindeutig nur fuer 15 tage, die leute beim immigrations-buero haben aber gemeint dass ich bis zu einem monat gar nix machen muss. na mal schauen was die netten leute bei der ausreise dann dazu meinen.

jedenfalls nicht lang da geblieben weil ich jetzt eh so viel stadt gehabt hab in letzter zeit, wollte wieder mal ein paar tage ganz allein sein und hab mir gedacht im euphrat-tal ist das sicher problemlos moeglich. am ersten abend in die wueste neben bahnschienen gestellt, am abend besuch von ein paar kindern bekommen, in der frueh von einer sehr selstsamen bewaffneten sicherheitsmanschaft oder so die auf einer draisine dahergekommen ist. die waren eher ungut und wollten dann dass ich das auto stehenlasse und mit ihnen mit der draisine mitkomm, hab ich nicht gemacht und bin weg

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qalaat jabar, von der burg ist nicht mehr viel uebrig aber das setting kann man lassen. ausserdem lustig dass man zu einem wirten gehen muss der einen dann in die burg reinlaesst und gleich einsperrt, zu einer ausgemachten zeit laesst er einen dann wieder raus

weiter nach rusafa, hab gedacht dass das ruinen mitten in der wueste sind und ich da gleich ein einsames nachtlager find. sind auch ruinen in der wueste aber ein dorf gleich daneben, dieser traktorfahrer war dann nur der erste meiner begleiter

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wieder viele alte steine

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hab dann trotzdem da geschlafen, sind ja alle super nett, hat halt wenig mit meiner suche nach ein bissi fuer mich sein zu tun gehabt

am naechsten tag weiter den euphrat entlang nach zenobia, den naechsten alten steinen. das euphrat-tal ist schoen, allerdings ist alles was gruen ist, also alles links und rechts vom fluss, bebautes farmland. hab dann trotzdem einen schoenen platz am wasser gefunden

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und schon fast gedacht dass ich da allein bleib, besuch hat aber nicht lang auf sich warten lassen

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eine familie vom naechsten dorf, waren sehr lustig drauf, ausserdem wars mal eine auesserst willkommene abwechslung dass die maedls auch gelacht und mit mir geredet haben. also irgendwie kommuniziert besser gesagt, englisch hat niemand gesprochen und mein arabisch kommt auch nicht ueber die ersten hoeflichkeitsfloskeln hinaus

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die alte war am lustigsten, hat ausserdem immer meine sonnenbrille aufgesetzt und sich dann am meisten drueber abgehaut wie sie damit ausgesehen hat. haben mich zu sich eingeladen aber ich hab die ruinen noch nicht gesehen gehabt, daher dankend abgelehnt und am abend sind sie wieder abgezogen.

nach noch einem weiteren abendlichen besuch von einem schafhirten hab ichs dann in der frueh zu den ruinen geschafft und mir da einpassendes fruehstuecksplatzerl gesucht (is ein bissl ein suchbild)

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und danach weiter nach deir ez zur, kleine stadt aber sehr viel betrieb und am markt wird so viel geschrieen wie nirgendwo sonst

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hab da nur vorraete aufgefuellt und was gefuttert und dann…

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hab ich doch tatsaechlich…

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das stueck wueste und einsamkeit gefunden das ich schon seit tagen gesucht hab…

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und das geniesse ich gerade ziemlich, das wetter meints auch gut mit mir und schickt mir viel wind, dadurch ist die hitze ertraeglich und die moskitos lassen mich in ruhe. werd das noch ein bissi auskosten und mich dann schweren herzens quasi von all den wuesten auf der reise veranschieden muessen. waren oft muehsam, manchmal saumuehsam, aber auch immer schwer beeindruckend, wird mir schon ein bissl abgehen. und morgen, wenn ichs geschafft hab mich hier loszureissen, mach ich mich dann - mit kurzem zwischenstopp um diese wundervolle reiiseabschnittsdokumentation online zu setzen - auch schon auf in richtung tuerkei, sind keine 200km mehr von hier. schee wors wieder mal

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