Category Archives: Neuseeland

Piefke und Piano

Piefke und Piano

Liezel haben sich entschieden das denn doch mal zu schildern. Mehrfach vorgekommen, das Ganze. Immer genauso und nie hats einer/eine der Piefke begriffen. Liezel zögern, die Geschichte wiederzugeben, weil Lie (der zwar Opfer österreichischen Kulturimperialismus ist, aber doch einen bundesdeutschen Pass hat) Germanbashing in Österreich immer ein bisschen schrullig gefunden hat, aber erstens samma ja ned in Österreich und zweitens: Waast eh.

Auftritt Piefke (in CampingplatzkÜche), hört Hazel und Lie auf Deutsch quatschen.

Piefke (an Hazel gerichtet): “Schon schrecklich, diese ganzen Deutschen hier, nicht?”

Hazel (kichert): “Stimmt.”

Hm? Begriffen? Egal.

Die Beiden reisen von den vulkanischen Gebieten direkt auf die wunderschöne Coromandel Halbinsel. Besonders eigenartig ist der Hot Water Beach – ein Strand, an dem heiße Quellen aufwärtssickern, sodass man an gewissen Stellen ein warmes Thermalbad nehmen kann, wenn man eine Grube schaufelt. Auf die Idee kommen allerdings recht viele Menschen -  man sieht ein paar davon sogar vom Satellit aus. Liezel ficht das nicht an.

Auf dem Weg nach Norden amüsieren sich die Beiden in den Stollen, Flüssen und auf den Wegen der alten Karangahake Mine, bis sie schließlich (die Zeit in Neuseeland geht leider zu Ende) Richtung Auckland fahren mssen. Dort in der Umgebung gibt es allerdings auch so einiges zu sehen – z.B. den Strand, an dem Das Piano gedreht wurde (Lie findet das ist eher ein Frauenfilm, aehem) und den tollste Sonnenuntergang in Neuseeland, am Piha Beach.

Heiße Quellen, dunkle Höhlen

Heiße Quellen, dunkle Höhlen

Protip: Is dir laaaangweilig? Lies diesen Artikel mal in der englischen Übersetzung (siehe Translate, links)

Die Beiden botten (hatschen) um ein vulkanisches Thermalgebiet, Orakei Korako – am besten gefällt Ihnen der Schlammblubbergeysir. Stinkt, kracht, macht Spass. Hazel hat wieder einmal eine tolle Idee: Man könnte die Wiener Freunde und Bekannten mit großen Zigarren in den Türkenschanzpark hinter Büschen verstecken und Papa-Hazel fragen, ob er vielleicht Lust hat einen Schlammblubbervulkan zu installieren. Wär das nicht toll? Dann hätt Wien ein thermalvulkanisches Wunder…

Waitomo – Höhlen

Liezel lechtzen nach etwas Adrenalin. In Neuseeland ist alles so geordnet, und die Beiden sind ja jetzt solche Abenteurer, also ab ins Düstere, in die Waitomo Höhlen. Man kriegt von denen einen Reifenschlauch (je nach Pogröße: Hazel von ner Ente, Lie von einem Lastwagen) einen Neoprenanzug und einen Helm mit Licht und dann gehts ab in die Höhle. Bei der Vorstellung (man kennt das, die gruppendynamischen Vorstellungsrunden…) sagt Lie von sich, er habe bei einem Publisher gearbeitet, auf die Nachfrage, was das denn das sei, das Lie so publiziere, sagt er “Oh, rather dull stuff”. Problem: Der coole Lie sagt das so schnell (und in der Höhle mit recht viel Hall), dass bei den ca. 15 Personen mittleren bis reiferen Alters ankommt:

Oh, adult stuff.

Und das, liebe Freunde bedeutet, dass der Lie Fickhefte verlegt. Peinlich, gell? Hazel scheut sich nicht zu kichern und das Missverständnis aufzuklären. Und dann gehts los: Rückwärts unterirdische Wasserfällchen runterhüpfen (mit Reifenschlauchschwimmring am Popsch) und dann im Herz der Finsternis plötzlich Licht und zwar gleich tausendfach… Arachnocampa. Glühwürmchen, tausende, an der Höhlendecke. Eigentlich recht eklige Viecherln (angeln mit Spuckefäden Insekten, die sie mit ihrem Glühhintern anlocken, verpuppen sich zu Mücken ohne Mund und so…) aber wunderbar anzuschauen, wenn man in seiner inner Tube langsam durch die Dunkelheit gleitet. Ein Abenteuer!

Tongariro Alpine Crossing

Tongariro Alpine Crossing

Lie & Hazel sind inzwischen auf der Nordinsel. Es zieht sie zu den Vulkanen – so wie Indonesien liegt ja auch Neuseeland auf dem Pacific Ring of Fire. 3 aktive Vulkane im Tongariro Nationalpark, die auch als Kulisse in Herr der Ringe dienen, gehören zur faszinierenden Mondlanschaft dieses Gebiets.

Die Beiden machen sich also bei Kaiserwetter ans “Alpine Crossing” – klingt zünftig, gell? Die Sicht ist so gut, dass man sogar den ca. 130km entfernten Mount Taranaki nahe an der Westküste erkennen kann. Die äußerst beliebte Wanderung (dh. urviele Leut), die an aktiven Kratern, verschiedenfarbigen Seen, Wasserfällen, Bacherln und stinkenden Schwefellöchern vorbeifuehrt, ist eine der eindruckvollsten die Liezel bis jetzt auf ihrer Reise gemacht haben – und von der Landschaft her wieder ganz anders als auf der Südinsel. Was diese Schönheit ausmacht, sind die Farben. Vielleicht erkennt man ein Wenig davon auf den Photos.

Marlborough Country

Marlborough Country

Bevor Hazel und Lie mit der Fähre auf die Nordinsel cruisen, erkunden sie noch die zerklüftete Landschaft der Marlborough Sounds ganz im Nordosten der Nordinsel. Weil sie wieder einmal am schönsten Platzl campen wollen, kurven sie mit ihrem Safterl lange Strecken über Schotterstraßen mit Wahnsinnsausblicken über die tief eingeschnittenen Buchten, kleinen Inseln, Kaps, Hügeln, Schafe…

Nach einer Nacht im abgelegenen French Pass fahren die Beiden noch in die nahgelegene Marlborough Weinregion, die unter anderem für ihren Sauvignon Blanc berühmt ist, und lassen sich ein gediegenes Mittagessen im Restaurant La Veranda des Weinguts Domaine Georges Michel (klingt edel, gell?) schmecken. Immerhin gibts das Duo Liezel jetzt schon seit 2 Jahren und das muss gefeiert werden!

Hazel auf dem Weg durch den Abel Tasman Nationalpark

Hazel auf dem Weg durch den Abel Tasman Nationalpark

Während Lie sein wehes Knie auskuriert, schnürt Hazel ihr Wanderränzlein und macht sich für 2 1/2 Tage auf den Weg in den Abel Tasman Nationalpark im Norden der Südinsel. Der berühmte Coastal Track führt durch knallgrüne Wälder mit Farnbäumen und anderen einheimischen Pflanzen immer ganz in der Nähe oder auch direkt an der Küste bzw. an den goldgelben Stränden entlang. Vorgelagert gibt es Sandbänke und kleine dicht bewachsene Inseln. Man kommt immer wieder an smaradggrünen Flüssen mit Granitfelsen darin vorbei und überquert bei Ebbe die weiten sandigen Flussmündungen, die sich im Strand fortsetzen. Hazel freut sich also und genießt die traumhaften Ausblicke und das erfrischende Meer. Wer hätt sichs gedacht – vor 10 Tagen sind die Beiden noch durch den Schnee gestapft und schon kann man in kurzer Hose und T-Shirt wandern gehen und im Meer baden. Ein Highlight der Tour ist die übernachtung auf dem Aquapackers-Schiff in der tollen Anchorage Bay. Auf diesem kleinen schwimmenden Hostel wird am Abend gegrillt und man kann von Deck aus die schöne Umgebung geniessen – ob beim Baden, Sonnen oder Sterne Schauen. Nachdem Hazel am nächsten Tag den Angriff eines rotäugigen Oyster Catchers (Vogel nicht Mensch), der anscheinend im Brutfieber war, abgewehrt und die 2. Nacht in einer Hütte an einer riesigen Flussmuendung verbracht hat, freut sie sich ihren Lie in der Totaranui Bay in die Arme schließen zu können und wieder mit ihm gemeinsam auf Entdeckungsreise zu gehen.