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Skadarsee

Skadarsee

Nach einer angenehmen Fahrt entlang der montenegrinischen Adria, zieht es Liezel wieder mal seitwaerts ins Gebirge. Ziemlich weit im Sueden Monenegros liegt der Skadarsee. Hier gibts ueber 70 (!) Fischaften und etwa 50 Prozent aller in Europa beheimateten Vogelarten. Das gesamte Seegebiet ist touristisch quasi unerschlossen und unglaublich schoen. Ruhig! Der Kontrast zur Adriakueste, an der so langsam der Sommertrubel anfaengt koennte nicht krasser sein. Liezel checken sich eine Wohnung am See, mit sehr viel Lokalkolorit (ostblockstyle) und handeln mit einem Fischer einen fruemorgentlichen Bootstrip auf dem See aus. Sie sehen Reiher, Kormorane und alle moeglichen anderen Viecherln (z.B. Schildkroeten, die hier auf der Strasse rumrobben und einen etwa 10 cm grossen Grashuepfer, der Olli ins Herz schliesst und eine Weile mitfaehrt, bis ihn die Beiden in einer saftigen Wiese absetzen).

Ihr Leser, hier ist es schoen!

Die Beiden naechtigen heute vermutlich auf einem Campingplatz kurz vor Albanien – etwa hier – und zischen morgen weiter!

Bucht von Kotor

Bucht von Kotor

Liezel ziehts in den Sueden. Der Durmitor Nationalpark ist wirklich super, keine Frage, aber temperatur- und wettermaessig gaebs da momentan doch einiges zu optimieren. Man koennte glauben es ist April, nicht Sommer. Nach der Tara-Raftingtour setzen sich die Beiden also in ihren Olli und fahren Richtung Bucht von Kotor. Die Landschaft bleibt spektakulaer – wilde Schluchten und Berge, aber wie bestellt steigt die Temperatur stetig an und die Sonne setzt sich durch. Nach relativ langem, wirren Herumgekurve auf einer Halbinsel vor der Bucht finden die Beiden ein tolles – noch dazu kostenloses, da wahrscheinlich nicht ganz legales – Zeltplatzl in einem kleinen Olivenhain gleich ums Eck von einer schoenen Kiesbucht. Dort werden schon intensive Vorkehrungen fuer den Juli/August-Ansturm getroffen, aber inzwischen ist es noch recht ruhig.

Nach einem gemuetlichen Faultag am Strand machen sich die Beiden dann  auf die beruehmte Bucht von Kotor zu erkunden, die unglaublich schoen ist. Die Bucht ist so tief, dass das Meer quasi einen verzweigten Fjord bildet, und es gibt unzaehlige kleine Inseln, Orte, Kirchen, Kloester, Festungen und die Berge drum herum zu entdecken.

Crna Gora

Crna Gora

Crna Gora, der schwarze Berg ist die Bezeichnung, die die Venezianer dem Ort gegeben haben. Und bergig ist es hier. Die Liezel suchen sich sogar das bergigste Stueck  Land raus, das sie finden koennen: Durmitor.  Liezel naehrn sich von Nordwest im Landesinneren. Zuerst muss allerdings noch die Grenze passiert werden. Was sich als nicht allzu einfach herausstellt, denn, Ihr liebe Leser ahnt es schon: Die gruene Karte. DIE GRUENE KARTE!!!

Also, die Bosnier wollten uns nicht raus und die Montenegriner nicht rein lassen. Als es den Bosniern am Ende selbst komisch vorkam, dass man eine nur in Bosnien gueltige Versicherung kaufen soll, wenn man das Land verlaesst (so die urspruenglische Rechtsauslegung der Grenz-Schackl) lassen sie uns (ein “Trinkgeld” spaeter) zwar ausreisen, aber die unheimlich netten, aber sehr sturen Montenegriner sind ein anderes Kaliber. Selbst als Lie die Anwaltsnummer abzieht (jeden einzeln nach dem Namen fragen, diesen wichtig in ein Notizbuch notieren, jeden eindringlich mustern, so tun als ob man mit der Botschaft telefoniert) bleiben sie hart. Vermutlich funktioniert die Anwaltsshow schlechter, wenn man ein mit Bluemchen beklebtes Auto faehrt und ein T-Shirt mit der Aufschrift “665 the neigbour of the beast” traegt. Aber irritiert und ein bissi eingeschuechtert war man doch. Egal, eine gruene Karte fuer Montenegro und Serbien gekauft, die ominoese Oeko-Tax abgedrueckt und ab dafuer.

Dann bloederweise die falsche Abfahrt genommen, gewundert, weil seit ner Stunde kein Auto mehr entgegenkam und am Ende standen die Beiden vor einer klassischen Schotterpiste. Serpentinen, ueber Kilometer… Ein nettes Baeuerlein bestaetigt den Weg (Lie wurde mit Handschlag begruesst, verstand nur Bahnhof von seiner Rede, allerdings Asfalt und Kilometr schon, na immerhin. Das dankbar genuschelte “toi e Dobro” wurde gepriesen wie die ersten Worte des Enkels. Echt feine Menschen hier!). Und dann sehen die Beiden einen echten Eidechsenwoscher (halber Meter mindestens, erbsguen) und einen wahrhaftigen Wiedehopf und nach einer alpraumhaften (Ab-)rutschpartie mit Ollie wirklich unglaubliche Mengen Wiesenblumen auf einer Hochebene. So etwas haben beide noch nie gesehen!

Noch ein Wort zu Ollie: So ein braves Autochen gibts nicht nochmal! Vereinigt japanisch-oesterreichische Tugendbuendel: Fleissig, sparsam, bescheiden, gmiatlich, trinkfest (liebe Oesis: sucht Euch doch mal Eure Tugenden aus!)

Im Nationalpark treffen die Beiden dann eine nette Dame namens Anna ueber deren mysterioese Vergangenheit nur herausgefunden werden kann, dass sie Deutsche ist, in Zabljak lebt, Oesterreich liebt und sich sehr gut im Park auskennt. Sie schickt die Beiden auf eine wunderbare vier-Bergseen Tour und anschliessend zum Wildwasserraften in die Taraschlucht. Eine Wahnsinnsgegend, fast so tief wie der Grand Canyon! Und dann gehts auch schon weiter an die Bucht von Kotor!