Category Archives: Laos

Have Seat. End Joy with Beer Lao

Have Seat. End Joy with Beer Lao

Und wieder liefern laotische Englischkünste eine Steilvorlage für einen Titel. Gemeint ist: Setz Dich, genieß (End Joy = enjoy) ein Bier. Grins.

Als die Beiden in Luang Prabang ankommen (um sechs Uhr in der Früh), können sie die Mönche beim täglichen Almosengang beobachten. Anders als in Europa bitten hier die Almosengebenden um die Gunst den Mönchen etwas geben zu dürfen. Damit kann man sich (jedenfalls wird es so berichtet) ein bisschen gutes Karma einhandeln. Hazel & Lie haben offenbar eh gutes Karma, denn das Wetter ist gut, die Stadt unheimlich niedlich (französischer Provinzkolonialstil, 100 kleine und große Tempel dazwischen) und die Umgebung sehr schön (Wasserfälle, bewaldete Hügel, Dörfchen…). Lie hat vermutlich nicht ganz so gutes Karma, denn natürlich war wieder Demblhupfn angesagt (liebe Piefke: Demblhupfn = Himmel-und-Hölle Hüpfspiel). Aber Lie hält fast durch. Fast.

Das nächste Abenteuer von Hazel & Lie wird sie (per Boot, den Nam Ou hinauf) ganz in den Norden von Laos führen. Die Beiden bezweifeln, dass es dort Internet gibt (bei zwei Stunden Elektrizität am Tag – wenn überhaupt). Aber schau mer mal…

Vientiane

Vientiane

Liezel machen Station in Vientiane (sprich: Wing Chan), der Hauptstadt der Volksrepublik Laos. Wieder einmal muss eine Visaverlängerung her. Die Stadt ist niedlich und wirkt überraschend europäisch (überall französische Kolonialarchitektur, leider recht abgerockt). Hazel & Lie lassen es sich gut gehen. Der schönste Platz ist auf jeden Fall am Mekong. Vor allem zum Sonnenuntergang. Abends gehts dann weiter nach Luang Prabang – mit dem Nachtbus. Wer braucht schon Schlaf! (Liebe Muttis: War nur Spass).

Uebrigens…

Das Wahlergebnis (Kommentare bei Spiegel.de und etwas weniger entsetzt auf der Süddeutschen) in Österreich lässt Hazel daran zweifeln, ob es sinnvoll ist zurückzukommen, wenn so Flachzangen wie Haider\Strache* fast ein Drittel der erwachsenen (?) Österreicher hinter sich haben. Lie (der ja net wählen darf – und auch nicht wüsste was) kommentiert österreichische Politik aus Höflichkeit nicht. So weit ist es gekommen. Armes Österreich.

* Bitte: Geht scheissen

Schlammschlacht, sticky rice & lao lao

Schlammschlacht, sticky rice & lao lao

Lie und Hazel zieht es wieder in die Wildnis, also machen sie sich mit ihrem Guide Sai auf in den Phu Hin Bun Nationalpark in Zentrallaos. Liezel haben nur nicht so ganz das richtige Schuhwerk gewählt. Jetzt gegen Ende der Regenzeit sind die Wege entweder selbst Bäche oder man versinkt knöcheltief im Schlamm. Die Wanderschuhe haben inzwischen entgültig Giftmüll-Status, müssen aber wohl oder übel noch einige Zeit lang in Verwendung bleiben…

Die Karstlandschaft mit knallgrünen Reisfeldern, filigranen Holzhütterln, vielen Bächen, Höhlen (u.a. “Buffalo shit cave”) und faulen Wasserbüffeln ist wunderschön. Man kann in Flüssen baden und auch im Tham Kong Lo, einem kleinen 70m tiefen smaragdgrünen See, aus dem der Legende nach bei Vollmond ein Gong ertönt. Mit dem Boot fährt man durch die 60m lange Tham Pha Chan Höhle, in der es eine Gebetsstätte mit vielen Buddhafiguren gibt.

Das Highlight des Treks ist der Aufenthalt und die Übernachtung in einem kleinen Dorf mitten in dieser Märchenlandschaft. Die kleinen Mädchen (namens Ping, Pong, Pai & Pu – man glaubt es kaum) sind ganz fasziniert von Lies Origamikünsten (aufblasbare Wuerfel, der Knaller!) und seiner Brille, die männlichen Dorfbewohner von Lies tollen Tönen (mit denen er auch Hazel um den Finger gewickelt hat) und Fingerkunststücken.  Die Inbrunst, mit der Lie Tierlaute ausstößt, wird anscheinend durch den Genuss von viel hochprozentigem lao lao (lokaler Schnaps) unterstützt. Die Dorfbewohner sind begeistert (auch von der Trinkfestigkeit) und wollten Lie garnicht mehr gehen lassen. Der eine meint, Lie soll einen Monat bleiben um die Tiere für die Jagd anzulocken. Ein anderer machtLie am nächsten Tag eine Liebeserklärung (was auch schon in einem kleinen Dorf in Flores, Indonesien vorgekommen ist.) Auf jeden Fall ist es sehr gemütlich und lustig. Lie & Hazel legten noch einen Walzer hin und singen “He, ho, spann den Wagen an” im Kanon. Ein toller Abend.

Abgesehen davon, dass wir auf diesem Trek fernab vom Touristenstrom sind, ist auch die Verpflegung sehr authentisch: Beim 1. Mittagessen an einem Fluss gibts rohes Schweinefleisch mit Glasnudeln, Büffelhaut-Chili-”Dip”, gegrilltes Schweinefleisch und Leber (man weiß nicht von welchem Tier) und den in Laos sehr beliebten sticky rice. Sai zeigt uns wies geht: Man nimmt ein fettiges Stück Schweinefleisch und reibt sich damit die Hände ein, damit der Reis nicht an den Fingern kleben bleibt. Am Abend gibts luftgetrocknetes gegrilltes Rindfleisch, auf dem beim Trocknen hunderte Ameisen herumgekrochen sind. Liezels Mägen scheinen unerhört abgehärtet zu sein. Sie bekommen nicht mal Blähungen. Wahnsinn. Außerdem gibts Fischsuppe (inkl. Augen, Gräten und allem). Sai schnappt sich den Riesenkäfer (rhinoceros beetle) , der neben ihm abgestürzt ist, sagt: “Can eat.” und legt in auf den Teller mit dem Rindfleisch. Dasselbe Kommentar gibt er zu einigen anderen größeren Insekten ab, die Liezel umkrabbeln/-kreisen. Am nächsten Tag gibts u.a. undefinierbare Schweineteile (gegrillt). Praktisch, dass man diese notfalls zwischen den Holzplanken der Stelzenhäuser runterfallen lassen kann – die Hunde & Schweine freun sich. Der Laote spuckt übrigens gerne durch diese Ritzen. Und isst alles!?

Besonders seltsam: Hühnerembryo, noch in der Schale. Die Hühnermama wird zuvor mit Krabbenfleisch gefüttert, sodass das Embryo zugleich nach Fisch schmeckt. Hmmm. Wenn dieser Artikel von fünf verschiedenen Personen kommentiert wird, muss Lie so ein Ei essen. Na, wie wärs?

Besonders krass ist dann noch auch die Fahrt mit einer speziellen Art von Traktor (eine Art einachsiger Motorpflug), dem einzigen Gefährt, mit dem man in der Regenzeit – mit Glück und vielen Leuten, die notfalls anschieben – die “Straßen” befahren kann, die die Dörfer mit der Außenwelt verbinden

Den Mekong hinauf (Teil 2)

Den Mekong hinauf (Teil 2)

Pakse

Weiter den Mekong hinauf erreichen die Beiden das recht gemütliche Pakse. In der Nähe gibt es tolle Wasserfälle, die Liezel zwar zu hören allerdings nie zu sehen bekommen – und das kommt so: Die angebotenen Touren richten sich an den klassisch faulen Touristen. Faulheit ist ja grundsätzlich ok…

Gotthold Ephraim Lessing

Lob der Faulheit

Faulheit, jetzt will ich dir
Auch ein kleines Loblied schenken,
Käm es nur gleich aufs Papier
Ohne lange nachzudenken
Doch, ich will mein Bestes tun,
Nach der Arbeit ist gut ruhn.

Höchstes Gut! wer dich nur hat
Dessen ungestörtes Leben
Wird – ich gähn – ich werde matt -
Nu – so – magst Du mir vergebens,
Daß ich dich nicht loben kann;
Du verhinderst mich ja dran.

…aber nicht wenn der Spaß $ 25 pro Nase kostet. Also mieten sich die Beiden ein Mopperl und fahren … in den Nebel und Matsch. Da die Beiden nix  gesehen haben, gibts auch nichts zu berichten! Die Bilder sprechen für sich…

Tham Kong Lo

Eine Wahnsinnshöhle, 7 km lang, etwas östlich des Mekong in Zentrallaos. Im Grunde ist sie ein Fluss, der durch einen Berg fließt. Sie kann nur per Boot besichtigt werden und ist ziemlich gruselig, ehrlich gesagt. Nachdem die Beiden sich an das Fehlen des Tageslichts gewöhnt haben, bricht Lie der Schweiß aus: Im Lampengeflacker sieht er unangenehme Dinge im Flusswasser. Nein, er hat keinen Happy Shake intus, gemeint sind Baumstämme, die das Wackelkanu (mit überdimensioniertem Außenbordmotor) bedrohen. Oder Sandbänke. Oder tiefhängenden Stalagtiten. Oder Monsterfledermäuse. Suchts Euch aus.

Den Mekong hinauf

Den Mekong hinauf

Hazel & Lie ziehen wieder die Wanderschuh an und schnüren das Ränzlein. Nachdem eine kurze Anfrage wegen Flügen in einem Reisebuero in Sihanoukville (die Lady lackiert sich während des Verkaufsgesprächs die Nägel und nennt um 200 % überteuerte Preise – Sihanoukville eben) kurzerhand abgebrochen wurde (- die Lady konnte weiterlackieren-) machen sich die Beiden per Bus auf den Weg. Erste Station ist

Phnom Penh

die Hauptstadt von Kambodscha , eine recht angenehme Stadt. Sie quillt über vor geschäftstüchtigen Kambodschanern. Es gibt an jeder Ecke einen Markt, der tollste ist vermutlich der Zentralmarkt, der ein bisschen an eine Moschee erinnert (die es CIMG0358.JPG hier natürlich nicht gibt). Obwohl PP (im Vergleich zu Singapur) nach Liezels Ansicht recht gemütlich ist (mal abgesehen von der unglaublichen Masse an Rollerfahrern, die hier kamikazeartig durch die Straßen irrlichtern) hat uns der Elephant auf der Hauptstraße dann doch überrascht…

Ausserdem erstehen die Beiden in PP das am besten raubkopierte Buch (gebundene Photokopie), das sie je gesehen haben. Ein Lonely Planet von Laos. Die Chefs beim Linde Verlag würden auszucken, gäbs da auch den Jakom. Gibts aber nicht. Nur die Ruhe.

Kratie

Auf halbem Weg nach Laos machen die zwei Station in Kratie. Ein Örtchen, dem die Beschreibung verschlafen noch zuviel Leben einhaucht. Aber ein Nest von Betrügern. Faul wie Liezel in letzter Zeit sind, lassen sie sich eine Tour zu den Irawadidelfinen aufschwatzen. Die Tour selbst ist super, und die Tierchen sind unglaublich niedlich, aber die Erfahrung ist teuer erkauft. Genauso wie alles andere, was der gute Mann den Beiden andreht. Wurst.

Don Det und der Weg dahin

Die Kolonialfranzosen hatten ein Sprichwort über die Bewohner Ihres indochinesischen Reichs: CIMG0409.JPG

Die Vietnamesen pflanzen den Reis, die Kambodschaner beobachten sein Wachstum und die Laoten hören dem Reis beim Wachsen zu.

Das Photo zeigt übrigens die Grenze zwischen Laos und Kambodscha (jeweils zwei Hütterln mit leger gekleideten Herren darin, die alles stempeln, was man ihnen hinlegt – Hauptsache es ist ein bisschen Zigarettengeld dabei). Man hat die Vision wie ein weissgewandeter Kolonialfranzose hilflos die Schultern hebt angesichts dieser unglaublichen Lässigkeit. Liezel gefällts. Noch etwas weniger geschäftig (ja, das ist möglich) geht es auf Don Det zu, einer Insel im Mekong. An dieser Stelle ist der Fluss 14 km breit und fließt um ca. 4000 Inseln herum, auf denen Bauern Reis anbauen (aber wie in Laos üblich nur eine Ernte pro Jahr, bloß kein Stress!). Man kann sich hier für ca. 2 Dollar eine Hütte mieten und darauf warten, dass die Insel weggespült wird. Angeblich handelt es sich um eine Hippiehochburg, aber Liezel haben nicht viel davon bemerkt. Beeindruckter sind die Beiden von den vielen (sehr seelenvollen) Wasserbüffeln und der Ruhe, die die saftig grünen Reisfelder ausstrahlen. Gleich flussabwärts gibt es einen (eher unspektakulären wenn auch sehr breiten) Wasserfall, der von den Thais und Laoten für eine Seelenfalle der Verdammten gehalten wird. Wir (bzw. das enorme Dekoltée unserer Reisebekanntschaft Keyla aus Kanada) haben das Vergnügen die zweite Hauptattrakion für die anwesenden Thais zu sein. Wir werden intensiv beobachtet und ausgiebig gefilmt und sind nun vermutlich in einigen asiatischen Haushalten in der Kategorie Softporno vertreten. Hmnja warum nicht.