Category Archives: Kambodscha

Den Mekong hinauf

Den Mekong hinauf

Hazel & Lie ziehen wieder die Wanderschuh an und schnüren das Ränzlein. Nachdem eine kurze Anfrage wegen Flügen in einem Reisebuero in Sihanoukville (die Lady lackiert sich während des Verkaufsgesprächs die Nägel und nennt um 200 % überteuerte Preise – Sihanoukville eben) kurzerhand abgebrochen wurde (- die Lady konnte weiterlackieren-) machen sich die Beiden per Bus auf den Weg. Erste Station ist

Phnom Penh

die Hauptstadt von Kambodscha , eine recht angenehme Stadt. Sie quillt über vor geschäftstüchtigen Kambodschanern. Es gibt an jeder Ecke einen Markt, der tollste ist vermutlich der Zentralmarkt, der ein bisschen an eine Moschee erinnert (die es CIMG0358.JPG hier natürlich nicht gibt). Obwohl PP (im Vergleich zu Singapur) nach Liezels Ansicht recht gemütlich ist (mal abgesehen von der unglaublichen Masse an Rollerfahrern, die hier kamikazeartig durch die Straßen irrlichtern) hat uns der Elephant auf der Hauptstraße dann doch überrascht…

Ausserdem erstehen die Beiden in PP das am besten raubkopierte Buch (gebundene Photokopie), das sie je gesehen haben. Ein Lonely Planet von Laos. Die Chefs beim Linde Verlag würden auszucken, gäbs da auch den Jakom. Gibts aber nicht. Nur die Ruhe.

Kratie

Auf halbem Weg nach Laos machen die zwei Station in Kratie. Ein Örtchen, dem die Beschreibung verschlafen noch zuviel Leben einhaucht. Aber ein Nest von Betrügern. Faul wie Liezel in letzter Zeit sind, lassen sie sich eine Tour zu den Irawadidelfinen aufschwatzen. Die Tour selbst ist super, und die Tierchen sind unglaublich niedlich, aber die Erfahrung ist teuer erkauft. Genauso wie alles andere, was der gute Mann den Beiden andreht. Wurst.

Don Det und der Weg dahin

Die Kolonialfranzosen hatten ein Sprichwort über die Bewohner Ihres indochinesischen Reichs: CIMG0409.JPG

Die Vietnamesen pflanzen den Reis, die Kambodschaner beobachten sein Wachstum und die Laoten hören dem Reis beim Wachsen zu.

Das Photo zeigt übrigens die Grenze zwischen Laos und Kambodscha (jeweils zwei Hütterln mit leger gekleideten Herren darin, die alles stempeln, was man ihnen hinlegt – Hauptsache es ist ein bisschen Zigarettengeld dabei). Man hat die Vision wie ein weissgewandeter Kolonialfranzose hilflos die Schultern hebt angesichts dieser unglaublichen Lässigkeit. Liezel gefällts. Noch etwas weniger geschäftig (ja, das ist möglich) geht es auf Don Det zu, einer Insel im Mekong. An dieser Stelle ist der Fluss 14 km breit und fließt um ca. 4000 Inseln herum, auf denen Bauern Reis anbauen (aber wie in Laos üblich nur eine Ernte pro Jahr, bloß kein Stress!). Man kann sich hier für ca. 2 Dollar eine Hütte mieten und darauf warten, dass die Insel weggespült wird. Angeblich handelt es sich um eine Hippiehochburg, aber Liezel haben nicht viel davon bemerkt. Beeindruckter sind die Beiden von den vielen (sehr seelenvollen) Wasserbüffeln und der Ruhe, die die saftig grünen Reisfelder ausstrahlen. Gleich flussabwärts gibt es einen (eher unspektakulären wenn auch sehr breiten) Wasserfall, der von den Thais und Laoten für eine Seelenfalle der Verdammten gehalten wird. Wir (bzw. das enorme Dekoltée unserer Reisebekanntschaft Keyla aus Kanada) haben das Vergnügen die zweite Hauptattrakion für die anwesenden Thais zu sein. Wir werden intensiv beobachtet und ausgiebig gefilmt und sind nun vermutlich in einigen asiatischen Haushalten in der Kategorie Softporno vertreten. Hmnja warum nicht.

Alles Roger in Kambodscher

Alles Roger in Kambodscher

… but ready to kill in Sihanoukville

So könnte mans zusammenfassen. Aber zuerst will Lie eine Geschichte erzählen. Von seinem Bruder und einem Campingausflug an die Ostsee. Im Zug dahin kam im Radio, dass es der kälteste August seit Beginn der Wetteraufzeichnungen an der Ostsee sei. 8 Grad im Schatten (es war überall Schatten). Und nach dem Aufbau des Zelts konnte die Ausschachtungstechnik zur Zeltdrainage professionalisiert werden. Denoch, toll an der Ostsee!

Sihanoukville? Man nehme ein tropisches Paradies mit 10 Traumstränden und baue eine Autobahn im Stadtzentrum, einen Parkplatz mit 30.000 Shops, “Pissa Italianas” und guest houses darauf. Außerdem noch ein oder zwei chinesische, gigantosaurische Tourismusentwicklungsprojekte (im Nationalpark, da gibts schließlich Platz!) Wichtige Zutat: Fliegenden Händler, die dich noch auf dem Klo fragen, ob du wirklich keine Sonnenbrille, Pediküre, Frucht, Drogen oder sonstwas haben willst.

Hazel und Lie sind geflasht. Wir wollen hier weeeeg! Und schwupps, sind wirs. Am Lazy Beach, 2 Stunden entfernt, auf der Insel Koh Rong Saloem.

… Und damit ist Lie auch wieder bei der Ostsee: In Kambodscha ist Regenzeit… Die Hinfahrt verläuft wirklich grenzwertig. Ohne Verarsche: Kleines Boot, groooße Welle… Lie ist stolz darauf als Letzter die Rettungsweste anzuziehen (und Hazel zeigt ihm den Vogel). Die mitfahrenden Italiener werden seekrank, die Belgierin kreischt bei jeder Welle. Hazel bleibt stoisch. Liezel kennen das ja schon. Es ist aber trotzdem gewöhnungsbedürftig, wenn so ein 15 Tonen Boot plötzlich durch die Luft hüpft und im Wasser aufklatscht. Auch die eigentliche Anlandung ist eine Aktion für sich: Es gibt an einsamen Inseln natürlich keinen Bootssteg, also heißt es:

Um den Boden zu küssen, werden wir wohl schwimmen müssen!

Alles nass, auch Rucksack und Handy! Hazel opfert Sonnenbrille und Flipflops den Meeresgöttern. Koh Rong Saloem kann aber trottz Schlechtwetter vollkommen überzeugen. Liezel verbringen fast eine ganze Woche auf der Insel. Sagen wir einfach: Einsame Strände, leckeres Essen, tolle preiswerte Hütte, Djungel,  Mondscheinschwimmen, Wasserfallkaskaden (mit hunderten kleiner Nagefische, die man auch zur Hautpflege einsetzt..), Hornbill-Vögel, taninfarbene Bächlein, alter Leuchtturm, weisser Sand (so wie Salz) …

Der Rest sei eurer Phantasie überlassen…

Angkor, oder wat?

Angkor, oder wat?


Hazel und Lie sind nun in Kamboscha und machen in Kultur! Bisher etwa 20 Tempel. Lie ist etwas ermattet, Hazel immer noch dynamisch (“noch an Dembl, Schatzl…”) . Aber selbst Lie muss zugeben, dass er etwas Vergleichbares noch nie im Leben gesehen hat.

Ohne soziohistorisches Seminar sollte man wissen, dass es in der Ebene von Angkor sehr viele Tempel, Klöster und Teiche gibt, von denen Angkor Wat eventuell der größte, aber nach Meinung von Liezel nicht der schönste ist. Wunderbar ist der von Würgefeigen überwachsene Ta Prohm. Toll ist auch der Haupttempel von Angkor Thom, Bayon. Wer die Gelegenheit hat, sollte sich diese Bauwerke unbedingt anschauen, am besten bald, denn noch kann man quasi überall rumkraxeln und sich alles ungestört anschauen. Besonders witzig ist die Fahrt mit einem offenen Tuk-Tuk, nicht nur, weil es sich um ein sehr seltsames Gefährt handelt, sondern weil der Fahrtwind eine absolute Labsal in der Hitze von Kambodscha ist.

Wild ist übrigens auch, wieder einmal andere Langnasen zu sehen. Das Hotel ist voll davon. Als Lie gestern noch eine rauchen wollte, konnte er einen (trunkenen und bekifften) Holländer davon überzeugen, sich nicht vom 3. Stockwerk in die Tiefe zu stürzen. Das zweite Leben, das Lie gerettet hat. Allmählich wirds zur Gewohnheit.

Für die Beiden geht es bald weiter nach Sihanoukville, am Meer, denn Hazel fühlt das dringende Bedürfnis zu planschen und Lie findet das auch super.