Category Archives: Flores

Kelimutu

Kelimutu

Als naechstes steht auf Hazels & Lies Programm die “Hauptsehenswuerdigkeit” von Flores, und zwar Kelimutu. Dieser Vulkan in der Naehe des Bergdorfs Moni hat 3 verschiedenfaerbige Kraterseen, deren Farben sich ueber die Jahre auch immer wieder veraendern. Um sich dieses Naturschauspiel anzuschauen, stehen die Beiden um 4h auf. Belohnt wird man mit dem tollen Ausblick auf Bergsilhouetten, Meer und die Kraterseen bei Sonnenaufgang.

Und dann gehts auch gleich weiter mit dem public bus gen Osten. Eigentlich wollten Hazel und Lie mit der Faehre von Ende nach Kupang (Westtimor) fahren, aber weil die Faehrgesellschaft bankrott ist, entscheiden sich die beiden fuer einen Inlandsflug von Maumere nach Kupang.

Kommentar von Lie:

Flug kostet umgerechnet 40 EUR.

Nur so zur Info:

Essen ca. 1,5 EUR

Zimmer ca. 7-10 EUR (2 Personen)

Zigaretten 40 Cent die Packung

Bier Ca. 1,2 EUR

Hazel, die weisse Ngada

Hazel, die weisse Ngada

In Bajawa stolpern Hazel und Lie ueber William, der sie zu einer Feier in sein Heimatdorf (Wolowoi) einlaedt. Die Beiden haben sich keinerlei Gedanken ueber das Ausmass Ihres Gluecks gemacht, aber als Sie sich Palmwein trinkend (aus der Lontarpalme) und Betelnuss kauend in der Huette von Williams Onkel wiederfinden, realisieren sie, dass sie eine unvergessliche Erfahrung machen werden.

Das Volk der Ngada lebt um Bajawa herum und ist seit einigen Jahrzehnten offiziell christlich, tatsaechlich glauben sie an die Geister ihrer Ahnen, die Sie entweder beschuetzen, wenn sich die Ngada ordentlich auffuehren, oder sich auch raechen, falls man die Ahnen und die Traditionen vernachlaessigt. die Ngada vererben ueber die weibliche Linie und sind matriarchalisch organisiert. Die Clans werden durch eigenartige Gebilde in der Dorfmitte repraesentiert und jeder Clan zerfaellt in einen Wurzelteil und einen Astteil. Dazu kommt noch ein dreigliedriges Kastensystem, was dazu fuehrt, dass das Heiraten nicht ganz einfach ist. So wie Hazel und Lie das verstanden haben, ist es fuer Oberklasse-Damen sehr schwer, einen passenden Partner zu finden (aber das soll ja auch in Wien so sein …)

Die Feier, in die die Beiden geraten sind, war eine Art Richtfest fuer das Gebaeude, das Ihr Euch bei den Bildern anschauen koennt. Ein vergleichbares Fest wird nur alle paar Jahre gefeiert und die Beiden waren mitten drin.

Ganz unbefangen wurden Hazel & Lie in jedes Haus eingeladen, ueberall gab es fuer die Beiden was zu Essen und zu Trinken. Nur die Kinder waren anfangs recht scheu. Blickte man Sie direkt an, verdufteten sie so schnell sie konnten, um unmittelbar darauf wiederzukommen und diese seltsamen Gaeste in Augenschein zu nehmen. Nach einer Weile wurden Sie dann zutraulicher und haben sich von Lie das “Stein-Schere-Papier”-Spiel beibringen lassen. Spaeter hingen sie wie eine Traube um Hazel & Lie herum und wollten fotographiert werden. Viele Dorfbewohner haben Hazel & Lie sofort und immer wieder mit Fragen bombardiert, grosszuegig ignorierend, dass die Beiden kein Ngada und Sie kein Englisch sprechen. Die Waerme, Freundlichkeit und Neugier dieser Leute hat Hazel & Lie beeindruckt, wie nichts zuvor auf dieser Reise.

Hazel wurde dann sogar eingeladen, an den rituellen Taenzen teilzunehmen, was sie auch bravuroes hinbekommen hat. Nachdem Sie von zwei Dorfschoenheiten (eine davon war ganz offensichtlich an Lie als Ehegespons interessiert) in Originaltracht eingekleidet wurde, legte sie einen gekonnten two-step auf den Dorfplatz.

Hazel und Lie sind bis zum Abend geblieben und werden diesen Tag nie vergessen. Die Ngada haben die Beiden auch fuer den naechsten Tag zum rituellen Tieropfer eingeladen (drei Wasserbueffel), aber zu dieser Zeit sassen die Beiden schon im Bus nach Moni.

Road rage (part two)

Road rage (part two)

Trotz Warnung aus dem Reiseführer (schlechte Straßen, Speiberei-Gefahr) wagen Hazel und Lie eine längere Etappe auf ihrer Reise gen Osten: Bajo bis Bajawa, 256 km, das heißt mindestens 10 Stunden mit dem public bus. Und das bedeutet folgendes: Ein Bus mit ca. 20 Sitzplätzen wird innen und oben drauf mit Menschen, Tieren, Reissäcken u.ä. befüllt bzw. bepackt bis wirklch nix und niemand mehr reinpasst. (höchstzulässiges Gesamtgewicht – hmm??) Gut, ist ja kein Problem, man ist ja flexibel und abenteuerlustig, und der halb abgestorbene Fuß unterm Reissack wird auch wieder einmal durchblutet werden. Und die vorbeiziehende Landschaft ist ja wirklich sehr schön. Dunkle Vorahnungen kommen aber auf, als auf halber Strecke eine Mami mit 10 leeren Plastiksackerln zusteigt, sich den Beiden gegenüber (d.h. gegen die Fahrtrichtung) auf die Reissäcke setzt und mehr oder weniger übergangslos – der Bus bewegt sich noch kaum – anfängt zu würgen und zu speiben. Andere folgen. Hazel und Lie nicht, aber es bedarf schon einiger Nervenstärke. (Ohrenstöpsel und Augen zu ist Hazels Tipp.) Vielleicht liegt die “Magenschwäche” mancher Locals daran, dass dieser Teil von Flores recht abgeschieden ist und die Leute selten mit dem Auto oder dem Bus unterwegs sind.

Anmerkung von Lie: Apropos abgeschieden – auf ganz Flores gibt es kein funktionierendes Internet – gerüchteweise soll es in Bajo ein Internetcafé geben, bestätigen kann ich das nicht.

In Bajawa, im Hochland von Flores, angekommen, erholen sich Hazel und Lie im Hotel Edelweis (dessen Bettbezüge aber leider nicht wie Blümchen duften…)

Shangri-La am Strand

Shangri-La am Strand

Nach der glücklichen Ankunft der Beiden in Labuanbajo (die locals kürzen das ab: Bajo, Wie Banana Joe, ohne Nana) gehts gleich wieder weiter, und zwar auf eine kleine Insel eine Bootsstunde entfernt. Nach den Reisestrapazen und einer Nacht in einem ziemlichen Loch genau das Richtige. Und die Beschreibung aus dem Reiseführer triffts: Get-away-from-it-all-bliss…

Bei der Ankunft kommen den Beiden Ziegen und rehartige Tiere entgegen. Außer ein paar ganz einfachen Bungalows, die nur aus Holz, Bambus und Palmwedeln bestehen und einem Restaurant, wo man leckere fish hot plates verspeisen kann, gibt es eigentlich nichts. Naja, bis auf weißen Sand und türkisblaues Meer mit wunderschönen Schnorchelplatzerln ein paar Minuten vom Strand entfernt. (Es wundert Hazel, dass Lie bei 5h Schnorcheln pro Tag keine Schwimmhäute wachsen.) Die zwei füttern auch einmal Clownfische mit Schokoschnitten.

Schon schön, wenn die einzigen Entscheidungen, die man treffen muss, die Fragen betreffen, was man essen, ob man lesen oder baden und ob man sich den Sonnenuntergang von einem nahen Hügel anschaun soll. Dass es nur 2h am Tag Strom und Wasser gibt, spielt überhaupt keine Rolle. Und weils so schön ist, bleibt man dann statt einer Nacht gleich drei.

Kommentar von Lie: Das Leben unter Wasser ist richtig märchenhaft. Zuerst kommt eine sich träge wiegende Seegraswiese mit Schwärmen von grünschillernden Fischen, weißem Sand am Meeresboden mit kleinen Koralleninseln (gesichtet werden: Lionfish, Stingray und eine Schildkröte, sowie ein kleiner Schwertfisch) und danach die Abbruchkante mit tausenderlei Fischen in allen Farben und Größen.

Road rage (part one)

Road rage (part one)

Hazel und Lie wissen jetzt, warum man über die Reisedauer von Lombok nach Flores keine genauen Angaben machen kann… ist alles recht unberechenbar.

Anbei ein Auszug aus Lies Reiseaufzeichnungen:

Relativ problemlos den östlichen Fährhafen von Lombok erreicht, stundenlang auf eine Fähre gewartet, es gibt naämlich große und kleine, und die großen sind leider grad unterwegs. Der Reisebus: Ein ziemlich getretener Mercedes, mit enorm viel Beinfreiheit, mit einem 1,5 m grossen, spinnennetzartigen Rissmuster in der Windschutzscheibe (noch war unklar, wie sowas passiert). Dann Sumbawa. Man sieht nix (da dunkel), aber vielleicht besser so, da der Zwischenstop nach einer halben Stunde eine Landschaft und Atmosphaere enthüllt, die ziemlich stark dem Jemen ähnelt. Flach, sandig und ziemlich abgerockt, Mädels verschleiert bis zum Knöchel… Anschliessend das von der Busgesellschaft gestellte Essen angeschaut. Hazel probiert (und verdaut, erstaunlich!). Wie wir später erfahren, hat man einem anderen Touristen Coupons für dieses Essen verkauft (All you can eat! Hihihihihi). Die locals versuchen immer wieder ein paar Rupien abzuzocken. Muss man sportlich nehmen. Bleibt ja nix anderes…

Irgendwo in Sumbawa:

Strassen schlecht bis nicht vorhanden und der Busfahrer gibt Vollgas. Hazel pennt. Erstaunlich. Dann plötzlich ein Knall und Wummern, links hinten. Panik im Bus, alle schreien wie wild rum. Hazel wacht auf, schaut mich an, aber da stehen wir schon. Reifen geplatzt bei 80 km/h. Busfahrer hat Pipi in den Augen! Hab so wenig Schlaf abbekommen, dass ich mich gleich wieder beruhige und stoisch auf die Reparatur warte, die dann auch stattfindet. Aber immerhin hab ich ein gutes Buch…

In einem Kaff namens Bima, 1 1/2h vor dem Fährhafen heißts dann umsteigen in eines der wilden Bemos (siehe unten). Die Fähre noch zu erreichen ist hinfällig und die Beiden stellen sich drauf ein in Sape zu übernachten. Immerhin kann man dort laut Lonely Planet die Charlton Heston-inspirierten locals dabei bewundern wie sie sich Rennen in ihren benhurs (kl. Pferdewägen) liefern. Nach 2 Stunden Warterei im Bemo und 2 Ehrenrunden zurück zum Terminal (Bemo fährt erst los wenn der Fahrer es für voll hält) gehts dann nach Sape. Ja, und wenn man 3 Stunden Verspätung hat, die Fahre aber 4, dann hat man Glück!Minus + minus = plus

Auf nach Labuanbajo auf Flores!