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Pemuteran und ab nach Lombok

Pemuteran und ab nach Lombok

Nach den Bergen muss Meer sein. Hazel und Lie fahren von Munduk aus nach Pemuteran, weil man da so toll tauchen und schnorchen kann. Der Ausflug zum West Balinese Nature Reservatre ist ein voller Erfolg. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viele Fische es in einem Riff gibt. Und dass Lie dann noch durch puren Zufall auf eine Taucherbrille stößt, die genau seine Sehstärke hat, das ist nun wirklich ein irsinniger Zufall und ein Riesenglück. Lie kauft die Brille sofort und wird Sie hüten wie einen Augapfel.

Das Riff um das kleine Inselchen im äußersten Westen Balis ist ein absoluter Knaller. Wie schon in Nusa Lembogan ist es einfach nicht zu beschreiben, wie es in so einem Riff zugeht. Man hat den Eindruck, dass die Natur sich hier besonders viel Mühe gegeben hat; es ist so verspielt und die Farben sind unbeschreiblich. Schauts Euch selbst an.

Nach einem sehr ruhigen und schönen Abend am Strand unter einem riesigen, uralten Baum machen sich Hazel und Lie nach Lombok auf. Das Ganze ist wie immer sehr abenteuerlich (und sehr günstig): mit den Einheimischen im Minibus, die ganze Nordküste Balis entlang bis zum Hafen Padangbai, von dem es nichts weiter zu berichten gibt, als dass man im Ozon Café gut essen kann und im örtlichen Internetcafé (ein Dutzend Pentium I Rechner mit einem (!) 56 K Modem) abgezockt wird.

In der Früh geht es dann los mit einer großen Fähre über Lembar nach Sengigi. Geplant ist auf den Gilli Islands zu tauchen, den grossen Vulkan zu besteigen und dann nach Flores zu fahren.

Munduk, ganz weit draußen

Munduk, ganz weit draußen

Munduk also. Noch ein Stückchen weiter weg vom touristischen Bali. Hier sprechen nur relativ wenige Leute Englisch, also muss man z.T. gestikulieren um das zu bekommen, was man sich wünscht. Hazel und Lie kommen hier über eine Trekkingtour her (das Gepäck geht per Auto voraus) und beide sind total weg von der Djungeltour. Abgesehen von den drei unheimlich schönen unbekannten Wasserfällen (einer davon etwa 100 m hoch) sehen die beiden insgesamt knapp 40 Pflanzen in der Natur, deren Produkte wir z.T. täglich benutzen und dennoch keine Ahnung haben, wo sie eigentlich herkommen und wie sie aussehen. Ein paar Beispiele:

  • Kaffee (ein Busch; etwa mannshoch, mit grünen, später roten Kirschen, die, wenn man sie so isst ein bisschen nach Mango schmecken. Die Kerne (Kaffeebohnen) werden getrocknet und geröstet und schmecken als Balinesischer Kaffee einfach toll!
  • Kakao (ein Baum; die Früchte sehen aus wie Handgranaten und wachsen direkt aus dem Stamm. Es gibt gelbe, rote, und grüne, das Mark schmeckt nach Zitronenjoghurt, die Bohnen werden getrocknet und zerrieben und ergeben Kakaopulver.
  • Nelken (ein Baum; die Blüten riechen ungetrocknet wie wahnsinnig)
  • Muskatnuss (ein Baum; die Früchte sehen aus wie grosse Marillen. Im Innern ist die Nuss, mit einer roten Blüte, die ganz besonders toll schmeckt. Angeblich in Kombination mit Trompetrenbaumblüte eine Rauschdroge)
  • Betelnuss (ein Strauch; wenn man die Blätter kaut, färbt sich das Zahnfleisch rot und angeblich wird man auch high davon. Unser Guide hat eine Zipfelmütze auf und macht den Eindruck, die ganzen Pflanzen recht häufig persoenlich auszuprobieren…)
  • Pfeffer (ein Krautmit ribiselartigen Früchten. Getrocknet ergibt es weissen Pfeffer, fermentiert schwarzen)
  • Maniok (Wurzel, mit Klodeckelgrossen Blaettern)
  • Suesskartoffeln (Wurzel, unscheinbare Blattpflanze – urlecker!!!)
  • Jackfruit
  • Zitronen, Manadrinen, Bananen, Lychee usw.
  • Waschnuss (ein Baum, der Früchte traegt, mit deren Inhalt man Wäsche oder z.B. die Haende waschen kann)

Hazel erspäht dann noch eine (ungelogen) tellergrosse Spinne und gruselt sich. Nach Auskunft des Guides ist sie aber nur bei Verzehr giftig. Wer, um Himmels willen isst eine (so grosse) Spinne?

Als Tipp für alle, die in die Gegend kommen: Nehmt ein Zimmer im Puri Alam Bali in Munduk, die Aussicht vom Zimmer: 180 Grad Djungel, Vulkane, Hammer! Das ganze für knapp 10 Euro das Doppel (handeln!)

Bedugul, Stadt der 1000 Muezzine

Bedugul, Stadt der 1000 Muezzine

Nachdem Hazel (nun wirklich, allen Ernstes) genesen ist (wir zweifeln heimlich an der Typhusdiagnose, andererseits klingt es so hübsch dramatisch) gehts ins balinesische Hochland, nach Bedugul. Und hoch ist hoch (ca. 1300 m). Das Klima ist also nicht mehr T-Shirt tauglich, jedenfalls am Abend. Man befindet sich außerdem recht deutlich außerhalb des touristischen Standardpfads. Was nicht bedeutet, dass es keine windigen (aber sehr lustigen) Händlertypen gibt, die einen mit allen Mitteln übers Ohr hauen wollen. Aber seht selbst, der Typ ist bühnenreif:

Übrigens: Verhandeln, Primärtugend/Laster der Indonesier. Beispiel: Du lässt Dir ein Zimmer zeigen, das (außer den ca. 1000 mehrfüßigen Mitbewohnern) von einem recht großen Batzen grünem Schimmel bewohnt wird, und der Typ will allen ernstes 100000 Rupien (ca. 7 Euro). Für Indonesien im Allgemeinen und dieses Zimmer im Besonderen ist dies eine unglaubliche Frechheit. Du lachst und gehst Deiner Wege und zum Schluss ruft Dir der Typ (mit Schmelz in der Stimme) nach, dass er es Dir für 20000 gibt… Touris sind offenbar total doof. Man kommt zu keinem anderen Schluss.

Bedugul ist vor allem am Abend recht unheimlich, wenn die Wolken von den umliegenden Bergen ins Tal ziehen und ein feiner Dunst über dem Bergsee (Danau Bratan) aufsteigt. Noch gruseliger wird es, wenn die Muezzine der drei ansässigen Moscheen Vollgas loslegen und das über ein PA, das diesen Namen nicht verdient. Man stelle sich ein über jeden denkbaren Tritonus changierendes, total verzerrtes Allah u Akbar vor, wührend man aus unzähligen Augen gemustert wird (wer unbedingt mal wissen will wie es ist prominent zu sein, dem sei eine Nacht in Bedugul empfohlen. Hier bleiben Touristen anscheinend sonst nicht über Nacht. Man ist also Dorfgespräch und jeder will mal gucken…)

Aber in Beduglul, dem Garten Balis gibt es auch die sehr schönen (seltsam aufgeräumten) botanischen Gärten und vor allem den sagenhaften Ulun Danu, dem Wassertempel der Balinesen. Hier werden einmal im Jahr grausliche Opferrituale vollzogen, bei denen ein Büffel, eine Kuh, ein Schwein, eine Ente und ein Huhn lebendig ersäuft werden (und was Hazel total entsetzte einfach im See gelassen werden. Gut, dass wir nicht gebadet haben…)

Ab nach Bedugul!

Ab nach Bedugul!

Hazel schreibt:

Juhu, ich bin wieder gesund!! Hab gestern schon mit Freude Spaghetti Bolognese verdrückt und jetzt hält uns nichts mehr in Ubud. Es geht also auf zu neuen Ufern, und zwar zu denen eines Vulkansees im Hochland. Dort werden wir uns im Wasser tummeln und schöne Wanderungen machen.

Auch Lie ist guten Mutes und kopfmäßig wieder im Lot, d.h. die überflüssige “Haarpracht” (das -hila im Vokuhila) ist ab. Die indonesischen Damen am Strassenrand, die den Vorher-/Nachhereffekt miterleben konnten, waren von der positiven Veränderung auch ganz angetan.

Wir werden voraussichlich in den nächsten Tagen kein Internet haben, also bis dahin: sambal jumbalagi!

Vokuhila und Typhus

Vokuhila und Typhus

Also, was wünscht man sich (mal abgesehen vor der Klassenarbeit, seinerzeit) am allerwenigsten? Krank sein! Richtig! Hazel hats aber erwischt. Trotz Impfung: Typhus.

Ta da da daaa!

Klingt lebensbedrohlich, gell? Lie hat nach der Diagnose den Fehler begangen, Typhus in Wikipedia nachzuschlagen. Ein Tipp: lasst es bleiben… Dank der (nicht gerade günstigen) medizinischen Hilfe durch Herrn Dr. I Wyn. Suandhi Aryana (Blutbild, 1001 Medikament, und natürlich Essigwickel von Lie) hat sich Hazel jetzt schon wieder erhohlt. Trotzdem, eine sehr sehr unangenehme Erfahrung (Typhus, nicht Dr. Aryana) überwiegend für Hazel (hohes Fieber, Kopfweh, Gliederschmerzen). Aber jetzt ist alles wieder gut, naja, fast: Hazel könnte im Landfunk auftreten, wenn Ihr versteht, was das heißen soll… (Ructus enormis)


Auch Lie wird nicht von Schicksalsschlägen verschohnt. Nicht, dass das im Entferntesten an das Ungemach von Hazel heranreichen könnte, aber trotzdem… Ein wuseliger balinesischer Coiffeur hat ihm einen “Italian haircut” aufgeschwatzt. Und siehe da, der letzte Schrei in Bali ist der Vokuhila. Nebenbei: Die Europameisterschaft ist hier Gesprächsthema Nummer eins. Ob auch die Haarmode davon beeinflusst wurde? Nun ja. Möglich, würde Lie sagen. Leider.

Wenn alles glatt geht, fahren Hazel und Lie übermorgen zur Kur in die balinesischen Berge, dach Bedugul.