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Lie befürchtet, das Theater schon mal gesehen zu haben.

Der Lie der aus der Kälte kam

by Lie, 28. Februar 2015

landet in Pula, also in Kroatien – wo er hinwollte. Das ist an sich schon erstaunlich, denn er hat vergessen sich mit Kartenmaterial auszustatten und als er das gemerkt hat, war er zu stur, sich eine Karte zu kaufen. Lie ist „der Nase nach“ gefahren. Wer Lie’s Navigationskünste kennt, dürfte angemessen überrascht sein. Lie ist es auch. Eher negativ zunächst – hat er sich Pula so ähnlich vorgestellt wie Rovinj (das er mit Hazel mal besucht hat) – also eine Art Mittelalterfreizeitpark. Weit gefehlt. Pula besitzt nicht nur römische Ruinen, sondern auch sozialistische – im besten poststalinistischen Zuckerbäckerstil. Dazu eine Werft die (pittoreskerweise) auf einer Insel in der Bucht von Pula wie ein fettes Insekt auf der Lauer liegt. Wenn Pula ein Gesicht wäre, dann hätte es ne ganze Menge Pockennarben. Eine Stadt also, die Charakter haben muss, weil sie nicht besonders schön ist.

Lie ist das zunächst mal wurscht. Seine Mission ist erledigt. Er hat Pula gefunden. Wie immer war keine Zeit Hotels zu checken oder so und er latscht einfach solange rum, bis er bei zwei blonden, recht strammen und superbayrisch sprechenden Damen unterkommt, bei denen jeder dritte Satz ist ein bajuwarischer Witz zu sein scheint, den Lie nicht versteht und die Beiden lachen gern (mit Lie, hofft Lie). Wie die Damen nach Pula kamen und was sie bewog hier zu bleiben, man wird es nie erfahren, weil Lie das oberbayrische wirklich nicht versteht. Ein nächtlicher Rundgang durch die außersaisonal verhältnismäßig leeren Straßen ergibt dann aber doch ein kleines Juwel: Den Jazz Club Fiorin. Kaum drin lernt er (simultan) Lucky, Milan und Petra kennen, die ihm (bei ein paar Bier) erzählen wies in Pula so zugeht. Man ist sich einig, dass der Staat blatschneiderameisenartig durch die Geldbeutel trippelt und alles ratzekahl wegschafft. Milan meint Ameise sei nicht das richtige Tier, Brontosaurus träfe es eher, aber hey, meint Lie: Aussterben werden die nicht, eher wir. Stimmt auch wieder. Jedenfalls hat man trotz des offenbar harten Lebens in Pula einen vergnüglichen Abend. Pula ist eine charakterlich perfekte Stadt.

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