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Dogubayazit

Seidenstraße

by Lie, 7. Mai 2013

Nur eine Stippvisite in Van – Lie hat sich dort sehr unwohl gefühlt, was vielleicht am miesen Hotel (Kacke in der Duschwanne und so – noch nicht ganz die Kategorie Mouang Khoua, aber fast) gelegen haben könnte, oder der Stadt an sich, die Lie sehr spooky vorkam. Vermutlich auch eine sehr subjektive Einschätzung. Der See allerdings ist eine Wucht. azurblau, wunderschön.


Und weiter gehts zum zungenbrecherischen Dogubayazit, am Fuße des biblischen Bergs Ararat. Bayan, ein unheimlich netter Kurde hilft ihm, denn hier spricht wirklich keiner mehr englisch. Das Nötigste geht mit google translate und dem bisschen türkisch das Lie jetzt kann, aber es ist definitiv schwieriger, als in Laos oder so. Die Gegend hier ist noch ärmer als Diyarbakir. Die Stadt an sich (die vielleicht aus zehn Blocks irgendwie deplaziert normalen Stadtbildes besteht) ist umringt von Slums und Militärstützpunkten. Außerdem ist es hier (ca. 1600 Meter über NN) ziemlich kalt. Die Leute heizen mit Kuhmist. Vor jeder Hütte befindet sich ein mannshoher Kuhfladenstapel. Lie fragt sich, wie das duftet, in der guten Stube? Außerdem hört man den ganzen Tag Artilleriefeuer (vermutlich die türkischen Streitkräfte, die den Persern und Kurden Stärke zeigen?) und überall stehen Panzer rum. Dann, über der Stadt die überirdische Festung des Ishak Pasha, direkt aus tausend und einer Nacht. Im billigsten ( zehn Euro die Nacht!) und vermutlich angenehmsten Hotel seiner Reise lernt er Agnieska aus Polen kennen, die hier ein Expeditionsunternehmen für Araratbergsteiger betreibt. Offenbar lebt sie gut davon, dass Jahr für Jahr Touristengruppen aus Deutschland den Berg (trotz militärischem Verbot) besteigen wollen. Zum ersten Mal kriegt Lie ein Jobangebot – eine Mischung aus Bergführer und Programmierer – Lie lehnt (bedauernd) ab. Er hat noch ein paar Dinge vor, in Wien. Klingt alles seltsam? Das hier ist definitiv Asien.

2 Kommentare


    • (The return of the) Murder City Devil
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    • Mai 7, 2013

    Wow! Kann märchenschlosstechnisch eigentlich ziemlich gut mit (dem portugiesischen) Sintra mithalten, Lies Palast: http://casa-de-grande.com/pictures/Sintra_castle.jpg

    • Lie
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    • Mai 8, 2013

    Lieber Satan, das stimmt. War auch schon dort. In Sintra, mein ich... Aber die Gänge mit dem Aufgang im Brunnen und so, da kann der Palast hier nicht ganz mit. Andererseits ist Sintra ja ein bißchen... Spielzimmer und Lustgarten, gell? Da unterscheidet sich das Gemäuer hier schon stark.

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