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Bildnis des Reisenden in den Ruinen von Sparta

Spartas Asiaten

by Lie, 4. April 2013

Ihr erinnert Euch an Sparta?  Ihr wisst schon: SPARTA! Die Typen mit den Eisenstäbchen als Geld und der Euthanasie. Zur allgemeinen Verwirrung von anderen Griechen Lakedaimonier genannt. Haben auf Lie immer einen ungünstigen Eindruck gemacht.

„Wenn die Stadt der Lakedaimonier zerstört würde und nur die Temple und die Grundrisse Ihrer Gebäude übrig blieben, wäre die ferne Zukunft kaum davon zu überzeugen, dass ihre reale Macht der Überlieferung entsprochen hat.“
Wie wahr, oller Thukydides! Von Sparta stehen nur noch ein paar Mauern und ein (noch dazu römisches) Amphitheater. Aber das Setting ist so schön! Die Ruinen liegen in einem stillen Olivenhain, nördlich der modernen Stadt, Millionen kleiner gelber Blumen beschattet von alten, sehr knorrigen Olivenbäumen. Dahinter das noch schneebedeckte Gebirge, dessen Namen Lie entfallen ist. Wunderbar.
Lie ist nur auf der Durchreise und hatte ein paar Stunden zu verbummeln. Sinnvoll investiert.
Übrigens sollte er vielleicht die Erlebnisse mit dem mysteriösen Asiaten schildern (Lie nennt ihn Kim, den er sieht ein bissi so aus). Das erste Mal ist Kim Lie aufgefallen, als er in Korinth auf den Bus wartet. Asiaten sind selten als Rucksackreisende unterwegs, noch seltener allein. Noch dazu reist er vermutlich schon eine Weile, weil er – wie alle, die länger unterwegs sind, einen leicht abgerissenen Eindruck macht. Außerdem reist er mit leichterem Gepäck als Lie (was schon seltsam ist, aber denkbar): Einer Art Schulranzen (Tornister?) mit einer asiatisch-improvisierten Diebstahlssicherung, besehend aus zwei Fahrradschlössern um die Hüfte und durch eine Rucksackschlaufe. Zudem sind alle Reißverschlüsse mit kleinen Schlössern gesichert. Lie war neugierig. Wollte den Herrn Kim unbedingt kennenlernen und erfahren wo er schon war und so, aber ach. Kim ließ ihn abblitzen – die Frage wo er herkäme beantwortete er einsilbig mit: Japan, drehte sich dann um und stellte sich ans andere Ende der Busstation. Gut, okay. So brennend hats Lie dann doch nicht interessiert. Stellt Euch nun die Überraschung vor, als Lie den Kim in Tiryns, Mykene und jetzt auch noch in Sparta wiedergesehen hat und er von ihm mehrfach (teilweise im Abstand von einer Viertelstunde hintereinander) für einen Einheimischen gehalten wurde. Kim scheint europäische Gesichter nicht speichern zu können – Stimmen wohl auch nicht – denn kein Schimmer des Wiedererkennens ist seinen Zügen zu entnehmen. Lie macht sich inzwischen den Spaß auf schwäbisch zu antworten. Aber nicht dass die werte Leserschaft glaubt Lie mobbe hier hilflose Asiaten –  Kim hat inzwischen Anschluß an ein italienisches Pärchen gefunden, die er stundenlang vollabert, wie er im Bus nach Sparta belauschen konnte. Und nun weiß er eh einiges über Kim, aber vielleicht bald noch mehr?

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