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Blick auf den Balkon

Faulenzen in Khalki

by Lie, 20. April 2013

Aufgrund eines Streiks/schweren Wetters/allgemeiner griechischer Unlust (sucht Euch was aus) kommt die R/S Prevelis gar nicht nach Heraklion. Lie gibt also sein Ticket nach Rhodos zurück und macht einen Riesensprung per Bus in den Osten von Kreta – schaut recht nett aus dort, aber Lie will weiter. Mit einem Schiffstracker konnte Lie die Prevelis lokalisieren und sehen, dass sie Sitia anläuft. Dort angekommen macht er es sich im Hafen „gemütlich“. Tatamimatte auf Beton. Problem ist nur eine dieser kleinen hässlichen Tölen, die Lie über einen Zeitraum von Stunden verbellt. Der Mordinstinkt wird übermächtig – die Ohren klingeln. Lie versucht den Köter ins Hafenbecken zu kicken, der Köter bellt begeistert (Spielen, ich will Spielen!). Man muss schon fast wieder Achtung vor der Beharrlichkeit dieser Geschöpfe haben. Erst als Lie einen saftigen Arschtritt landet, trollt sich der Köter. Allerdings ist es saukalt. Mit Schlafen ist es also nichts. Doch dann – ein Hoch auf die Technik – legt tatsächlich die Prevelis an. Lie schleppt sich an Bord und bemerkt erst, als er es sich unter einem Tisch gemütlich gemacht hat, dass er ja eigentlich gar kein Ticket gekauft hat. Blinder Passagier also.

Er ist nicht der einzige. In einem Rettungsboot pennen zwei Tunesier auf dem Weg nach Rhodos (sie arbeiten als Kellner und freuen sich sehr über die Colas und die Kippen, die Lie ausgibt). Am nächsten morgen dann, biegt die Prevelis um die Ecke (vermutlicfh nicht der nautische Fachbegriff – wurscht) und plötzlich sieht Lie eine handvoll sehr bunter Häuschen in einer Bucht. Da die Prevelis netterweise anlegt, geht Lie von Bord und mietet sich in einem dieser Häuschen ein. Khalki heißt das Eiland (nicht zu verwechseln mit Chalkis…), hat sage und schreibe 300 Einwohner (laut Lonely Planet) und nur eine Siedlung – das Hafendorf. Nach ausgiebigem Kopfkissenhorchen umwandert Lie Khalki und entdeckt neben einem sehr sehr niedlichen Kloster am Westende der Insel eine beeindruckende Burg des Malteserordens inmitten einer Geisterstadt – Khalki hat offenbar bessere Zeiten gesehen. War erst ein Piratennest, dann eine Schwammtauchergemeinschaft und offenbar gab es eine Kupfermine („Halkos“ = Kupfer). In den Fünfzigern sind quasi alle die konnten nach Florida ausgewandert. Die Amis spenden wie wild für die Infrastruktur der Insel, deswegen gibt es hier einen ziemlich beeindruckenden Uhrturm (die Uhr ist allerdings auf halb fünf stehengeblieben) und einen vollkommen überdimensionierten Highway ins nirgendwo namens „Tarpon Springs Boulevard“.

Lie wartet jetzt auf eine Fähre nach Rhodos. Die Khalkidiken legen sich nicht wirklich fest, wann mit einem Schiff zu rechnen ist (die kleinen Dinger sind nicht auf dem Schiffstracker) – eher so nach dem Motto: Ein Schiff wird kommen – man siehts ja eh, außerdem tuten die Schiffe, bevor sie anlegen. Lie ist sich nicht ganz sicher, ob er die Lässigkeit der Fahrplanänderungen hier cool findet. Andererseits ist es ja eigentlich auch egal.

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