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Ein Nachmittag in Wien

by Lie, 23. August 2012

Hat Lie eigentlich Wien schon seine ewige Liebe erklärt? Hm, da findet sich derzeit noch nicht so viel. Fangen wir mal mit der Ortographie an. Lie glaubt, dass es keinen weniger analfixierten Kulturraum gibt, als den deutschsparchigen, wenn es um Rechtschreibung geht. Dass es die lieben Wiener selbst damit nicht ganz so genau nehmen sieht man an nebenstehender Collage. Die Schilder geben einige der verschiedenen Iterationen wieder, in der sich die Positionsinformation St. stveitVeit-Gasse wiedergeben lässt. Wohlgemerkt: es sind auch zwei orthographisch unterschiedliche Schilder der wiener Stadtverwaltung dabei und das Ganze auf nur ca 50 Metern „Gasse“. Muss man so eine Laxheit nicht einfach anhimmeln? Lie denkt schon. Oder die Potteria („DEIN kreativer Hotspot in Wien“) in der Rasumowskygasse: Hatten die doch bis vor kurzem eine selbstgetöpferte Urne im Schaufenster. In schwarz, mit Kreuz. Zahllose Geschichten hat sich Lie überlegt, wie es zur Produktion, zur verabsäumten Abholung und nun schließlich doch zum Happy End gekommen sein könnte.

Wien… Wien! Kurz davor, ein Laden, der reparierte Spielzeuggitarren, Analog-Fernseher und semilegal Glühbirnen verkauft (und offenbar prosperiert). Ein paar Meter dahinter das Guerilla Gardening Projekt einiger Bobos. Perfekt mit beschriftetem Spaten („Hier erwacht der Frühling“) und Blumenpracht (mainly „Howard Stinker“ wie Lie das in seiner Kindheit in Schwabistan nannte. wer’s kennt hat den Duft jetzt in der Nase). Und dann, die Theater-Werkstatt: Ein Laden, dessen Geschäftsmodell sich selbst mit sehr viel Phantasie kaum eruieren lässt. Dahinter das ehrwürdige und wunderschöne Palais Rasumowsky. Rasumowsky war übrigens mit einer Madame verheiratet, die den für österreichische Ohren unpackbaren Vornamen Lulu (=Pipi) trug, also auch recht oag, gell. Gegenüber das letzte Domizil von Robert Musil. So viel Schräges und Spannendes bringt die durchschnittliche Stadt außerhalb Wiens insgesamt nicht zamm. Wien schafft das auf 100 Metern. Also ich hör jetzt mal auf, sonst wird die Liebeserklärung noch als Zynismus missverstanden.- Mitnichten! Lie und Österreich, das ist wie der Ring- und der Mittelfinger (Lie ist dann der Mittelfinger). Wien ist der Daumen!

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