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Diesseits von Afrika

by Lie, 8. Dezember 2011

Wie das letzte Stückchen Kolonialspanies kommt sie einem vor, die Insel diesseits von Afrika: Die Dörfchen haben etwas von der phantasmagorischen Schnuckeligkeit und der gemütlichen Trägheit früher Winnetou-Filme, während die Städte renaissanceprächtíge Repräsentationsbauten beheimaten, die so auch in Bogotá oder Lima oder Manila stehen könnten. Dazu die Namen für diese Insel: Frühlingsinsel (des Wetters wegen) – Garten im Atlantik (der Fruchtbarkeit wegen) und natürlich la isla bonita. Und alle Namen stimmen und gleichzeitig wiederum nicht. Wer sich bersonders mildes Klima erwartet, wäre überrascht, wenn er die Wanderung durch den Regenwald und die Tunnelaquädukte bei Los Tilos machte, von Fruchtbarkeit ist bei den Vulkanen im Süden der Insel nicht die Spur zu sehen und besonders schön kann man die „montes de la luna“, die Mondberge auch nicht nennen. Aber die Insel ist ein Miniaturkolinalspanien: der nordamerikanisch/mexikanischen Flair der der Kiefernwälder in der Caldera – einem riesigen Talkessel, dem man unwillkürlich den Vulkankrater erkennt  (in Wirklichkeit aber offenbar das bizarre Ergebnis tekonischer Verschiebungen ist) – das südamerikanisch/asiatische im Lorbeerregenwald des Nordostens (in dem Liezel gute fünf Stunden bei Strömendem Regen wandern und dennoch – überwiegend – gute Laune haben) und schließlich der blutigen Geschichte der Conquista und der geheimnisvollen Guanchen.

Die beiden wohnen in einem (nach den Waldbränden von 2009) ganz neu und detailverliebt renovierten Bauernhäuschen, das Ihnen schon auf den ersten Blick den Atem raubt: Liezel haben vermutlich noch nie an so einem schönen Ort gelebt: Der freie 180 Grad Ausblick auf den Atlantik, der Garten um die Terrasse (mit allen möglichen Sachen unter anderem Mangobäumen…) und die vielen zahmen (und hungrigen) Viecherln lassen Ihr Herz höher schlagen.

Hier drüber übrigens Hazel (mit den üblichen Faxen) vor einem weiteren tollen Feature von La Palma: den Sternwarten…

Um die geneigte Leserschaft nicht noch weiter in die Dezemberhochnebeldepression zu stürzen und nicht allzusehr in die mein-Haus-mein-Auto-mein-Pony-mäßige Textbausteine abzurutschen, wird Lie die Schwärmerei jetzt mal einstellen und einen Besuch La Palmas empfehlen – derzeit kostet der Flug schlappe 150 Euronen. Buch es jetzt!

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