Lade...
nacht

Wilde Reise durch die Nacht

by Lie, 25. Juli 2011

Eigentlich wollten die Liezel mit dem Schiff nach Constanta reisen, aber ein Frachter wär erst am 23. ausgelaufen und das war dann selbst für die Beiden ein bissi knapp – die andere Option – nach Istanbul zu dampfen reizte die Beiden, aber auch das war nix. Kreuzfahrtoptionen gabs auch keine und nachdem die Idee einer Spontantweltreise Richtung Sochi (and beyond) verworfen wurde, die Eisenbahn durch Transnistrien fährt (Gruselgrusel) blieb nur noch der Bus. und die Beiden fühlen sich in alte Zeiten versetzt. Alles in allem dauert die Fahrt von Odessa nach Galati (spricht sich Gwie Glatze – mit a nach dem G) zehn Stunden mit jeweils einer Stunde Warterei bei Ein- und Ausreise an jeder Grenze (Ukraine – Moldawien, Moldawien – Rumänien). Macht nix, Liezel kommen mit den Leuten ins Gespräch. Zum Beispiel mit Dimitri aus Sofia (ein etwas wirrer Couchsurfer, dem Kiew besser gefallen hat als Odessa, wegen der vielen großen Gebäude und der achtspurigen Straßen). Je klarer wird, dass die Beiden in Galati etwa zur Geisterstunde einreiten werden, desto unangenehmer wird der Gedanke, die Nacht am Busbahnhof einer unbekannten Stadt zu verbringen.

Aber hey! Es kommt eh immer anders: Das Hotel Turist (Lie nennt es für sich „Krassnojarsk“) an dem der Bus die Beiden rausschmeißt hat zwar wohl schon ein paar Jahre geschlossen, aber wieder erweist sich das Weltreiserezept als sehr geeignet: Fragen, Fragen, Fragen. Christen – ein Typ, der vor dem Krassnojarsk mit seinen Kumplen abhängt bringt die Beiden zu einem anderen Hotel. Dieses hat noch ein paar Minussterne mehr als das Krassnojarsk und einen einäugigen Portier, der allen Ernstes keine Euros annehmen will (offenbar macht er sich Sorgen über die Pleite in Griechenland?) aber selbst hierbei hilft Christen. Cooler Typ – kommt uns vielleicht mal besuchen in Wien und verpasst Hazel zum Abschied einen Handkuss. Wow, die Rumänen!

Am nächsten Morgen verschlägts die Beiden dann doch noch beinahe nach Istanbul. Im örtlichen Busbahnhof versteht der bullig aussehende Reiseagent statt „Tulcea“ „Turca“. Hazel sind sprachlos über die geforderten 300 Lei (+/- 30 Tacken) für 70 km und versuchen so lange zu Handeln, bis klar wird, dass es sich um ein Missverständnis handelt. Also rauf auf die Donaufähre, rein in den Microbus und ab nach Tulcea. Dort (nach langem Durchfragen mit Händen und Füßen) den Donaudampfer nach Sfantu Gheorghe bestiegen und zack, das war’s.

Keine Kommentare


Kommentieren

Die Emailadresse wird nicht veröffentlicht

Diese HTML tags können sie verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>