Monthly Archives: Dezember 2008

Wien, Wien, nur Du allein…

Wien, Wien, nur Du allein…

Liezel sind wieder zhaus. Lie sagt: Jedesmal, wenn er aus Deutschland wieder nach Wien kommt, wundert er sich über die Freundlichkeit der Wiener. Und darüber wundern sich dann die Wiener, gell? Ist man doch fast stolz drauf, die Hauptstadt der Grantler und Originale zu sein. Aber es muss mal gesagt werden: Wien, Wien, nur Du allein bist die Stadt in der Liezel wohnen wollen… (Abgesehen von Melbourne und Santa Monica) Und du bist auch die einzige Stadt, in der es diese superwirren Hühnergrills gibt…

Huhn1.JPG

Kommentar von Hazel: Jo, die Weanaschdodt is scho schee, aber d’Leit freindlich?!?  Heut in der Bim:

Ein aufmerksamer junger Mann mit Hut hält mir und einem Herrn die Tür zur Straßenbahn auf während diese gerade in der Station vor einer roten Ampel steht. Dreht sich ein Original Wiener Grantler mit vernichtendem Blick zu ihm um und sagt: Ddtrottl!

Und die Damen vom AMS (liebe Piefke: Arbeitsamt) sind anscheinend auf miese Laune, Proloton und professionelle Unfreundlichkeit trainiert.

Also, von mir aus kömma wieda fohrn.

Das war übrigens auch die Empfehlung vom Hausarzt: 5 Monate Antibiotikakur (Malariaprophylaxe), rohes Schweinsgekröse und so Zeugs hat den Verdauungsapparat unbeeindruckt gelassen. Kaum in Wien eingetroffen, rebelliert der Dickdarm bzw., in Lies Worten, klötert die Peristaltik…

Trotz allem haben sich die Beiden fest vorgenommen Wien als eine Art Station der Weltreise zu sehen (sie meinen das jetzt ausnahmsweise so ein bissi eso-teso-transzendent) und was die Partyszene betrifft kamma ned sudern (liebe Piefke: gemeint ist: Man kann nich meckern). Hazel und Lie haben sich noch in Laos überlegt, daß es toll wäre, die ganzen lieben Wiener (na gut, vielleicht gibt es auch noch nette Wiener, die nicht da waren, aber nicht so viele!) auf einmal zu sehen und des ging auch. Man solls nicht glauben, aus dem hinterletzten asiatischen Kaff kann man einen Wiener U-Bahnbogen mieten und ihn mit der Crème de la Crème der Wiener Bohème füllen. Geil, Leut. Liezel danken!

City Of Liezels

City Of Liezels

Die Beiden sind nun, wie angekündigt, in Los Angeles. Genauer gesagt in Santa Monica, und wirklich, hier ließe es sich leben. Ein nicht allzu großer Teil des L.A.-Molochs, am Strand. Mit zwei riesigen Buchläden, einer großen öffentlichen Bibliothek*, etwa 10 Kinos und vor allem einem unglaublich schönen Strand (mit Surfbreak !!!). Ausserdem gibt es unzählige Restaurants, unter anderem Joe’s Pizza (beste Pizza in der neuen Welt!). Das Beste:Hier ist es so warm wie in Wien im Spätfrühling (oder Frühherbst). Woha, Leut…

Direkt am Strand gibts ein etwas heruntergekommenes Häuschen, das man offenbar mieten könnte. Das behauptet zumindest ein Schild an der Tür und die Beiden träumen davon genau das zu tun.

Hazel und Lie lesen, gehen ins Kino und hängen am Strand ab. Beide legen Euch folgenden Film ans Herz: “The Slumdog Millionaire”. Ein Hammer! Mehr wird nicht verraten.

Traurig an Santa Monica ist, dass die ganze Stadt vor Obdachlosen wimmelt (und man fragt sich: kommen die im Winter landesweit nach L.A. oder ist das immer so?). Gestern wollte einer von ihnen Lie einen Rest Whiskey verkaufen und Lie dachte sich: Mei, dem muss es schlecht gehen, wenn er seinen Sprit verkauft – bzw. der braucht echt dringend Geld. Also haben die Liezel dem verdatterten Herrn 5 US$ in die Hand gedrückt und der war echt zu Tränen gerührt.

OL: “Why, man, I wasn’t even nice to you”

Lie: “Well…”

OL:”Oh, thank you, man, lemme hug you!”

Lie (wird gedrückt) “Man, sometimes one’s lucky”

OL:”That’s right”

*Lie hat einen Bibliothekscomputer gekapert (da sag noch einer Piraterie sei anachronistisch) und nun schreiben die Beiden zum Nulltarif (denn eine Stunde Internet kostet im Land der Computerchips sagenhafte 12 – 15 US$.) So kosts nix.

Ahoi Aitutaki

Ahoi Aitutaki

Fliegen wir noch schnell noch Aitutaki, denken sich Hazel und Lie. Ist zwar nicht grad billig, aber ist eh schon wurscht. Ausserdem, wenn das Paradies so nahe ist, wärs ja dumm es sich entgehen zu lassen. Aitutaki, eine weitere Cook Insel, liegt 260 km nördlich von Rarotonga und wurde von Captain Bligh 11 Tage vor der Meuterei auf der Bounty entdeckt. Laut Reiseführer hat die Insel die schönste Lagune der ganzen Südsee. Obs wirklich die schönste ist, wissen die Beiden nicht, aber sie ist auf jeden Fall wie aus dem Bilderbuch – verschiedenste Türkistoene des Meeres, weisse Sandbänke, unbewohnte Minipalmeninseln…da lässt sichs schon aushalten.

Hazel und Lie fliegen also mit einer 30-Passagier-Propellermaschine (Saab 430) der Air Rarotonga nach Aitutaki und werden dort mit duftenden Blumengirlanden von Veia, der Besitzerin der Inano Bungalows, willkommen geheißen. Melancholie/Monotonie in der Suedsee kommt nur deswegen zeitweise auf, weils in den 4 Tagen, die Liezel auf der Insel verbringen, relativ oft regnet. Aber die Beiden lassen sichs nicht verdrießen. Sie erkunden die Insel auf einem kraxigen Moped, sammeln die süßen Früchte auf, die unter den vielen Mangobäumen liegen, schnüffeln an Frangipani-Blüten und studieren die Einsiedlerkrebse. Bei einer Island Night genießen sie die leckeren lokalen Gerichte (zB. roher Fisch in Kokosnussmilch, Brotfrucht) und bewundern die tanzenden Damen, die in Bastrockerln und Blumenschmuck so wild die Hüften schwingen, dass es die Bleamerln wegfetzt (keine Übertreibung!). Man kann sich sehr gut vorstellen, dass Fletcher Christian (der Meuterer von der Bounty) und Co. von den Damen der Region sehr angetan waren. Auch die knackigen Aitutakianer, die (Kriegs-)tänze hinlegen, sind eine Augenweide. Dazu wird wild getrommelt und an der Ukulele gezupt. Schon alles sehr exotisch. Und am letzten Tage scheint wie bestellt die Sonne, sodass Hazel und Lie noch mit dem Boot über die Lagune zu den kleinen Palmeninseln cruisen und dort schnorcheln gehen können.

Nur so noch schnell den Text zum Lied:

Monotonie in der Südsee,
Melancholie bei 30 Grad.
Monotonie unter Palmen,
Campari auf Tahiti, Bitter Lemon auf Hawaii.

Ich flieg nach Hawaii,
und wir sind dabei.
Ich flieg nach Tel Aviv
zum Minimaltarif.
Ich fahr nach Eschnapur
dem Tiger auf der Spur.
ich flieg nach Babylon
Hotel mit Vollpension.

Monotonie in der Südsee,
Melancholie bei 30 Grad.
Monotonie unter Palmen,
Sylvester auf Tahiti, Heiligabend auf Hawaii.

Für Hazel und Lie heißts Heiligabend in Wien (bzw. Aulendorf), aber davor gibts noch ein ein bissl California dreamin’ in Santa Monica.

Rarotonga: Duft, Licht und Wellen

Rarotonga: Duft, Licht und Wellen

Liezel kommen mitten in der Nacht auf Rarotonga an. Beide sind schon ein bissi melancholisch – jaja, sie freuen sich auf Euch, echt, aber sie würden sich noch mehr freuen, wenns was später ginge, z.B. nach ein paar Wochen Mexico oder so, aber gell, das verstehts Ihr schon.

Gut, zurück nach Rarotonga: Die Beiden kommen mitten in der Nacht am niedlichen kleinen Flughafen von Avarua an, ein Herr in buntem Hemd zumpfelt auf einer Ukulele und ner Bontempi* und es ist richtig schön warm. Wie in Asien. Außerdem liegen Düfte in der Luft. Anders als in Asien sind das durchwegs wunderbare Aromen – zum Beispiel die der Frangipaniblüten und die Blüten der Flammenbäume. An Asien erinnert auch die phantastische Entspanntheit der Leute. Es hat buchstäblich niemand irgendeine Art der Eile. Niemals. Das geht soweit, dass man keinen Bus braucht, weil die Raros so neugierig und freundlich sind, dass sie jeden Fussgänger (auch wenn er nicht den Daumen reckt) fragen ob sie ihn irgendwohin mitnehmen können. Übrigens sind die Raros durchwegs schöne Menschen. Leider nicht ganz so schlank wie bei Gaugin, aber was solls, Körperfett wird sowieso überbewertet.

Liezel wohnen überwiegend hier und machen tolle Sachen, z.B.

  • Schnorcheln – leider ist das Schnorcheln nicht halb so gut wie in Indonesien, es gibt nur ca 5 verschiedene Arten von Korallen und ungefähr 20 bis 30 Fischarten im Riff.
  • Wandern – die Durchquerung der Insel durch dichten Djungel ist sehr wild und die Ausblicke auf Meer & Riffe sind genial – besonders toll: die Riesenfarne.
  • Knattern – und zwar mit einer 125 ccm Yamaha (Vollautomatikschas) um die Insel, halten alle zwei Minuten (Hazel: “Bleib ma da stehn?”, Lie: “Hm? Ok, Hazel: “Bleib ma da stehn?”, Lie: “Na gut”, Hazel: “Bleib ma da stehn?”, Lie: “Aber ja.”, Hazel: “Bleib ma da stehn?”, Lie: “Auweia”, Hazel: “Bleib ma da stehn?”, Lie: “Okeh”, Hazel: “Bleib ma da stehn?”, Lie: “Na gut.” Lie: “Halt mer da?” Hazel: “Warum?”, Lie: “Tsss, tsss, tsss…”)

Als die Beiden – nach einem Abstecher nach Aitutaki – nach L.A. (Cooler Streetview Link – hier) müssen, sind sie wirklich richtig traurig.

*Bontempi: Lie findet die Dinger total geil, weil die so superseltsame Töne machen. Leider besitzt er keins…