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Made in Laos

by Lie, 21. Oktober 2008

Das mit dem Überreden hat geklappt, und so machen sich die Beiden für 3 Tage auf in den Nam Ha Nationalpark im Nordwesten von Laos, wo es auch wieder Akha-Dörfer zu erkunden gibt. Begleitet werden die 2 von ihrem Guide Sikham, der dem Stamm der Khmu angehört und bis vor 10 Jahren selbst in den Bergen gelebt hat. Er sagt, damals habe er keine Schuhe, kein Geld und keine Ahnung gehabt. Das Leben sei hart gewesen und jetzt gefalle es im besser. Nach einigen Lao Lao bekennt er sich dann zum Geisterglauben und weiß wirklich interessante Geschichten zu erzählen. Zum Beispiel von den Geistern, an die die Khmu glauben (zB. Haus-, Wald- und Feldgeister) und wie man sie besänftigt. Außerdem erzählt er von den Tieren des Waldes, etwa von der Zibetkatze, die von einem Kuckuck überlistet wird, oder warum die Laoten einen bestimmten Vogel nicht essen (er gilt als Kuppler, und da will ma nix falsch machen, gell…).  Er ist auch noch ein Experte in Waldmedizin – Lie bekommt die Rinde eines Baumes zu kauen gegen den Husten, der ihn seit dem langen Marsch quält. Dann zeigt Sikham den Beiden eine Pflanze, deren Wurzel gekocht gegen Malaria hilft und eine Ameisenart, die als Gegengift bei Cobrabissen verwendet werden kann. An einigen Sachen wären die Beiden ohne den Führer wohl vorbeigelaufen, z.B. an den Feldopfern der Akha oder bestimmten Wegmarkierungen, die (dem eingeweihten Auge) zu verstehen geben, ob ein Weg passierbar ist oder nicht. Sikham ist eine Perle unter den Guides.

Ja, und so wandern Hazel und Lie durch den Dschungel, durch Bambuswälder, über Reisfelder, durchwaten Bäche, schwimmen in Flüssen, entfernen Blutegel von verschiedenen Koerperteilen, bestaunen die vielen Schmetterlinge und anderes wunderliches Getier und sind wieder sehr fasziniert von den Akhas und ihrer Lebensweise.

Die Beiden haben grosses Glück: Im 2. Dorf, das sie besuchen, findet am selben Tag eine Art Erntefest statt. Hazel und Lie werden dazu in das Haus eines Dorfbewohners eingeladen. Das Schwein, das am selben Nachmittag geopfert wurde um den Feldgeist positiv zu stimmen, damit es eine gute Ernte wird, liegt in verschiedenen Variationen (die meisten davon roh) am voll beladenen Tisch. Immer wenn eine der „Köstlichkeiten“ zur Neige zu gehen droht, kommt eine der Akha Damen herbei und klatscht eine Handvoll Schweinegekröse oder herrlich schwabbelige Schweineschwarte auf den Tisch. Hmmmm.

Dass sich die Beiden darauf ausreden können schon zu Abend gegessen zu haben, hilft nicht viel. Der recht angetrunkene Akha-Jüngling neben Lie füttert ihn mit nicht näher definierbarem Zeug und schließlich ist es Lie egal – vielleicht weil er bereits Stammeswhiskey (zum Abtöten der Keime) intus hat – und kostet eine Made…und dann noch eine! Schmeckt angeblich wie Maroni, aber Hazel lehnt trotzdem dankend ab. (Am nächsten Tag zeigt Sikham den Beiden wie man die Maden „erntet“ – sie leben in den Abteilen der Bambusstämme und fressen die saftige Innenschicht.)

Besonders lustig wirds als die Musi aufspielt – das heisst eigentlich ist es ein sich ständig wiederholender Rhytmus, der mit Holzstämmen auf einem Holzbrett gestampft wird. Das klingt dann so ähnlich wie der Takt von We will Rock You. Dazu kommt ein Gong und Tschinellen. Die Musik ist sehr ursprünglich, aber sehr tanzbar.

Ja, Ihr wisst schon was jetzt kommt, Ihr habt ja Hazel bei den Ngada gesehen, oder? Nachdem der Lie fütternde Akha-Jüngling einen Ausdruckstanz mit 2 Holzstöcken in der Hand hingelegt hat (Lie besteht darauf, dass es sich um einen Säbeltanz handelt), werden nach einander auch Lie und Hazel aufgefordert zu tanzen. Da man dabei von mehreren Damen mit Whiskey versorgt wird, fällt es schwer Sikhams Empfehlung zu folgen maximal 4 Stamperln zu trinken, damit der Weg am nächsten Tag nicht zu beschwerlich wird. Sikham selbst hält sich aber am wenigsten daran…und singt später Hazel und Lie in der „Ecolodge“ sehr beschwingt ein Khmu-Gute-Nacht-Lied…

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