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The Pelni Experience

by Lie, 6. August 2008

Zum Glueck sind Hazel und Lie in der Lage Dinge in Frage zu stellen. Andernfalls waere es unmoeglich in Asien zu Reisen. Das Problem:

„Jam karet“

Woertlich uebersetzt: Gummistunde. Es gibt keinen festen Fahrplan. Auch nicht fuer grosse Schiffe. Was soll das Genoele, koennte man fragen, schliesslich machen die Beiden keinen Kurzurlaub in Sankt Kathrein, aber die Schwierigkeiten sind nicht so ohne… Der Zeitpunkt der Abfaht wird diskursiv-statistisch ermittelt. Im konkreten Fall muss man die Locals fragen, wann das Schiff denn nun abfaehrt. Leider sind die Molukken nicht gerade polyglott und die Beiden tun sich , was das Indonesische betrifft immer noch recht schwer. Alles was Sie zusammenbringen ist:

Apa jam kapal pelni pelabuhan meninggalkan? (Was Stunde Schiff Pelni Hafen verlassen?)

Die Antwort der Locals muss man auch noch verstehen. Dazu kommen dann noch einige – nennen wir Sie interkulturelle – Missverstaendnisse (Ein Indonesier wird in der Regel nicht zugeben, dass er etwas nicht weiss, denn der Trottel ist per definitionem der Tourist*). Also muss man viele Male fragen und sodann das arithmetische Mittel bilden. Dazu kommt dann noch, das oft ein bissi getroedelt wird (im Falle der KM Bukit Siguntang nur 15 Stunden). Ausserdem ist die Kartenvergabe ein sozialer Prozess, es gibt keine Kontingente (etwa nach Plaetzen in Rettungsbooten, oder Schwimmwesten) Karten bekommt einfach jeder und solange er will. Gut daran ist zweifellos, das sich jeder darauf verlassen kann mitgenommen zu werden, egal wann er kommt. Das Schlechteste ist das Chaos beim betreten des Schiffes. Da der Platz auf Fussboeden, Treppen und Decks begrenzt ist, will jeder als erstes auf das Schiff, um sich die besten Ecken zu sichern. Dabei werden die aussteigenden Passqagiere gerne uebersehen und es kommt zu einem unvorstellbaren Gedraenge, das der eine oder andere Gauner nutzt um ein paar Geldboersen zu ziehen.
Und dann, an Bord? Waeren wir britisch, wuerden wir sagen, die Siguntang war leicht ueberfuellt und schlecht desodoriert. Aber – genug gejammert – wir hatten Karten fuer die 2. Klasse, das Schiff ist nicht untergegangen und die Banda Inseln sind ein echtes Paradies. In diesem Sinne: Schiff ahoi!

*Also ist die Frage, ob man Tourist ist, eine selten gestellte, aber besonders subtile Form des Kompliments und muss als solche gewuerdigt werden.

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