Lade...
1342515

Powerslide und Magic Mushrooms

by Lie, 26. August 2008

Auf in den Regenwald! Als Führer heuern die Beiden Tailah (sprich Tyler) an, einen sehr originellen und leicht wirren Typen, der sich in den Meratus Mountains sehr gut auskennt und seit 30 Jahren Treks durch das Gebiet der Dayaks (die Ureinwohner von Borneo) organisiert. Die Meratus Berge sind immer noch fast vollständig mit Urwald bedeckt, was man vom Rest Borneos nicht behaupten kann. Viele Gebiete sehen z.B. so aus.

Übrigens noch ein paar Worte zum Umweltbewusstsein im Paradies: Die Müllbeseitigung à l’Indonesienne (ins Meer/den Fluss/den See) treibt den Beiden die Tränen in die Augen und der Umgang mit wilden Tieren ist zum Teil unerträglich. Hazel und Lie sind nicht der Meinung, dass man einen gut gefüllten Geldbeutel braucht, um sich Umweltbewusstsein leisten zu können. Vermutlich handelt es sich auch nicht um ein kulturelles Problem. Trotzdem sind Hazel und Lie immer wieder erstaunt mit welcher Nonchalance in Indonesien Natur zerstört wird. Die Beiden hoffen, das sich das bald ändern wird. Die meisten Indonesier, auf diese Zustände angesprochen, reagieren eher belustigt. Das wird sich sicher ändern, unabhängig von einem Happy end.

Hazel und Lie wandern mit Tailah zum Langhaus Balai Haruyan. Dabei werden sie in einem Dorf unterwegs schon mal auf den einen oder anderen Tee eingeladen und so nimmt es nicht Wunder, dass der letzte Rest des Weges im Dunkeln zurueckgelegt wird. Tailah, das Schlitzoh, hat das so eingefädelt, denn auf diese Weise sehen die Beiden ganz Erstaunliches: Pilze, die im Dunkeln leuchten! Wahnsinn. Tailah rät allerdings vom Verzehr derselben ab…

In Haruyan angekommen, werden Hazel und Lie erst einmal vorsichtig beäugt, aber das Anbieten von Zigaretten (nur Nelkenzigaretten, alles andere verursacht nämlich böses Kopfweh!) und Bonbons bricht das Eis:

Hazel: Hajun-ka samoking? (Willst Du rauchen?)

Dorfältester: Ya, Hajun! (Ei freilich!)

Hazel: Alapp, alapp… (Nimm, nimm!)

Langhäeser sind die traditionellen Bauten der Dayak. Sie stehen auf Stelzen (zum Schutz vor Ungeziefer und zur Belüftung) und werden offenbar immer um eine grosse Halle errichtet, die das ‚balon adat‘ enthält. Letzteres ist eine Art Heiligtum, das in Zeremoniem zur Pflanzung und Ernte des Reises eine grosse Rolle spielt. (Im Film sieht man es ein bisschen im Hintergrund, sobald Tailah und der Dorfälteste den Tanz hinlegen). Um diese Halle befinden sich die Wohnbereiche der Familien und auch Gästequartiere, in denen Liezel, beäugt von vielen Kindern die Nacht verbringen dürfen. Lustig sind die Dayak, vor 100 Jahren waren sie es nicht. Die Tradition der Kopfjagd ist zum Glück nicht mehr aktuell…

Am nächsten Tag gibts dann Djungeltrekking auf die derbe Tour. Nachdem es den ganzen Vormittag geregnet hat, kommt Lie einen besonders steilen Hang nicht hinauf. Also immer nur beinahe und dann gehts abwärts: Powerslide. Vermutlich lacht Ios (ein Dayakjunge, der uns netterweise begleitet hat und hell erfreut über die Info war, dass er wie eine griechische Insel heißt) immer noch. Berichtenswert ist auch die Tee-/Reiszubereitung im Djungel: Man nehme ein Bambusabteil vom großen, grünen Bambus, öffne es auf der einen Seite und stelle es ins Feuer. Fertig ist der Kochtopf.

In der nächsten Siedlung dürfen die Beiden dann in einem Privathaus übernachten. Die Hausherrin, etwa 50+, angetan mit einem überdimensionalen braunen BH und Monsterwarze auf der Backe, ist leider keine besonders begabte Köchin (findet Lie) und so hält er sich an die (leider recht ‚musikalischen‘) gekochten Erdnüsse. Am Morgen sehen die Beiden dann noch etwas sehr Seltenes, und zwar ein Sonnenbaerbaby. Da es von den Dayaks gefangen wurde und Liezel einen Kloß im Hals haben vor Mitleid, gibts hiervon kein Photo. Der kleine Bär ist niedlich und hat sogar blaue Augen! Seine Überlebensaussichten gehen allerdings leider Richtung null. Hm.

Zurück in die Zivilisation ging es dann per Bambusfloß, ein Transportmittel, das in den Meratusbergen schon seit langem zur Güterbefoerderung verwendet wird und den Vorteil hat, dass man die Bambusstangen am Ziel ebenfalls verkaufen kann. Die Fahrt führt die Beiden noch einmal durch den unberührten, primären Regenwald. Ein tolles Erlebnis – die Romantik wird allerdings recht häufig durch Wasser von unten verdrängt).

Keine Kommentare


Kommentieren

Die Emailadresse wird nicht veröffentlicht

Diese HTML tags können sie verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>