Hazel, die weisse Ngada

Hazel, die weisse Ngada

In Bajawa stolpern Hazel und Lie ueber William, der sie zu einer Feier in sein Heimatdorf (Wolowoi) einlaedt. Die Beiden haben sich keinerlei Gedanken ueber das Ausmass Ihres Gluecks gemacht, aber als Sie sich Palmwein trinkend (aus der Lontarpalme) und Betelnuss kauend in der Huette von Williams Onkel wiederfinden, realisieren sie, dass sie eine unvergessliche Erfahrung machen werden.

Das Volk der Ngada lebt um Bajawa herum und ist seit einigen Jahrzehnten offiziell christlich, tatsaechlich glauben sie an die Geister ihrer Ahnen, die Sie entweder beschuetzen, wenn sich die Ngada ordentlich auffuehren, oder sich auch raechen, falls man die Ahnen und die Traditionen vernachlaessigt. die Ngada vererben ueber die weibliche Linie und sind matriarchalisch organisiert. Die Clans werden durch eigenartige Gebilde in der Dorfmitte repraesentiert und jeder Clan zerfaellt in einen Wurzelteil und einen Astteil. Dazu kommt noch ein dreigliedriges Kastensystem, was dazu fuehrt, dass das Heiraten nicht ganz einfach ist. So wie Hazel und Lie das verstanden haben, ist es fuer Oberklasse-Damen sehr schwer, einen passenden Partner zu finden (aber das soll ja auch in Wien so sein …)

Die Feier, in die die Beiden geraten sind, war eine Art Richtfest fuer das Gebaeude, das Ihr Euch bei den Bildern anschauen koennt. Ein vergleichbares Fest wird nur alle paar Jahre gefeiert und die Beiden waren mitten drin.

Ganz unbefangen wurden Hazel & Lie in jedes Haus eingeladen, ueberall gab es fuer die Beiden was zu Essen und zu Trinken. Nur die Kinder waren anfangs recht scheu. Blickte man Sie direkt an, verdufteten sie so schnell sie konnten, um unmittelbar darauf wiederzukommen und diese seltsamen Gaeste in Augenschein zu nehmen. Nach einer Weile wurden Sie dann zutraulicher und haben sich von Lie das “Stein-Schere-Papier”-Spiel beibringen lassen. Spaeter hingen sie wie eine Traube um Hazel & Lie herum und wollten fotographiert werden. Viele Dorfbewohner haben Hazel & Lie sofort und immer wieder mit Fragen bombardiert, grosszuegig ignorierend, dass die Beiden kein Ngada und Sie kein Englisch sprechen. Die Waerme, Freundlichkeit und Neugier dieser Leute hat Hazel & Lie beeindruckt, wie nichts zuvor auf dieser Reise.

Hazel wurde dann sogar eingeladen, an den rituellen Taenzen teilzunehmen, was sie auch bravuroes hinbekommen hat. Nachdem Sie von zwei Dorfschoenheiten (eine davon war ganz offensichtlich an Lie als Ehegespons interessiert) in Originaltracht eingekleidet wurde, legte sie einen gekonnten two-step auf den Dorfplatz.

Hazel und Lie sind bis zum Abend geblieben und werden diesen Tag nie vergessen. Die Ngada haben die Beiden auch fuer den naechsten Tag zum rituellen Tieropfer eingeladen (drei Wasserbueffel), aber zu dieser Zeit sassen die Beiden schon im Bus nach Moni.

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