Please, HC, Drink & Drive

Von Lie | 17.August 2010

Warum gibt es sowas?

Hm, Lie tut sich schwer mit einer Antwort. Schließlich ist er ja selbst ein Ausländer. Naja, nicht wirklich. Piefke gelten zwar als Ärgernis, aber es wollte uns noch niemand ernsthaft loswerden. Oder? Er sieht Tommy förmlich grinsen.  Egal. Lie tut sich schwer – es fühlt sich an wie eine Völkerrechtsverletzung wenn er sagt:

Leute, ihr habt echt einen an der Waffel.

Richtig gruselig wird’s, wenn man noch genauer hinschaut… Nochmal hm. Dazu kommt dann noch, dass es um die Wahl hier in Wien geht, eine Stadt in der knapp 40% der Bevölkerung einen Migrationshintergrund hat. In der man das Telefonbuch nicht von einem aus Prag unterscheiden kann (die ganzen Namen auf …ic, …netz, …cek usw.) und in der man den Honda Civic tatsächlich wie ‘Ziwitsch’ ausspricht. Krass. Aber Wien ist, so sagt man die einzige Stadt, in der sogar die Migranten ausländerfeindlich sind, vielleicht setzt die FPÖ darauf? Man weiß es nicht.

Hier im heißblütigen Wien kann allerdings eine dezidierte Meinung (vor allem auf Hochdeutsch geäußert) recht heftige Reaktionen hervorrufen und deswegen lassen wir Attwenger antworten:

keine(r)

Themen: Politik | Kein Kommentar »

The State of Exit

Von Lie | 18.Juli 2010

Nachdem die Beiden sich noch mit zwei sehr netten serbischen Freundinnen in Belgrad getroffen haben, heißt es dann: The State of Exit. In einer von Vauban gebauten Festung an der Donau findet Serbiens größtes Musikfestival statt. Wirklich sehr angenehm. Lie hatte sich eigentlich nach dem Dynamo irgendwann in den späten Neunzigern vorgenommen Open Airs in Zukunft sein zu lassen, aber es kommt eben anders als man denkt. Die Stimmung ist gut und es sind jede Menge Leute aus Südosteuropa (und verdammt viele Briten) da mit denen der zeitweise etwas illuminierte Lie Deutschstunde macht. Er erzählt drei netten (und ebenfalls illuminierten) Bulgaren, dass man mit Variationen der Worte ‘Schnupp schnaff di Schneuf’ jeden beliebigen Rhythmus mitsingen kann und in der Tat,  sie versuchen es. Lie kommt nicht umhin zuzugeben, das das auch mit Variationen des Wortes Cevapcici geht (so klingt Schnupp-schnaff-di-schneuf auf Bulgarisch). Nach diesem und ähnlich dadaistischen Erlebnissen wanken die Beiden ins Zelt und am nächsten Tag nach Wien. Seufz.

keine(r)

Themen: Allgemein | Kein Kommentar »

Ohridsee

Von Lie | 18.Juli 2010

Die Beiden zieht es schon wieder an einen See, den Ohridsee in Mazedonien. Zuvor will aber wiedermal die Grüne-Karten-Problematik gelöst werden und erstaunlicherweise geraten Liezel an einen menschlichen Zöllner (ja, sowas gibts) der ganz ohne Zigarettengeld und nach einem kurzen Telefonat mit seinem Boss die Einreise auch ohne das Original der Karte gestattet. Angeblich kostet die örtliche Versicherung nun schon 50 Euro. Hm.

Der Ohridsee wirkt wie ein Meer, das Wasser ist sehr, sehr tief, sehr erfrischend und sauber. Vom Campingplatz an der albanischen Grenze aus (der nett ist, vor allem die Rüttelduschen*) finden die Beiden in der Nähe des Dorfes Trpejca eine kleine Bucht (vielleicht das schönste Platzerl auf der ganzen Reise) und verbringen dort fast zwei Tage. Da gibt es Eidechsen, Libellen, Fischchen (die einen, wenn man im Wasser sitzt sanft anstubsen und ein bisschen an einem rumnagen) Frösche, Hirschkäfer, Blumen… Wunderschön. Noch voll dieser Kostbarkeiten (und einer sehr schmackhaften Grillforelle in Trpejca) schließt Hazel den Schlüssel zu Ollie im Ollie ein. Na Bum. Aber ‘no problem’ sagt Pavel, unser neuer Freund aus Trpejca und öffnet mit einem Draht (zuvor aus einem Zaun des örtlichen Tante-Emma-Ladens entfern) in wenigen Minuten Ollies Fahrertür. Das wird mit ein paar Bier gefeiert!

* Aha, Neugieriger/Neugierige – Du willst wissen, was eine Rütteldusche ist. Es handelt sich um ein bewundernswertes Ingenieurprodukt mit extrem langer Tülle (die Leitung, die das Wasser vom Wasserhahn in den Duschkopf fließen lässt). Ist die Tülle schlecht befestigt, neigt die Konstruktion zu heftigen Vibrationen, die wiederum begünstigt durch die eher provisorische Art der Befestigung ein ziemlich bedrohliches Brummen und Rütteln erzeugt. Der Klang ähnelt (je nach Durchflussmenge) einem Dieselmotor oder einer Death Metal Band.

keine(r)

Themen: Mazedonien | Kein Kommentar »

Anderland: Albanien

Von Lie | 6.Juli 2010

In Albanien ist alles anders.  Soviel ist uns schon klar, als wir uns (mit unserem Gruene-Karten-Gruselgefuehl) darauf gefasst machen nun ein paar Albanische Grenzbeamte ueberreden zu muessen uns ins Land zu lassen, aber siehe da: Es gibt keine albanische Grenzkontrolle. Jenfalls haben wir sie nicht gesehen. Bald darauf ueberquert man auf einer Holzbruecke (!) einen Fluss und man ist da. Im Land mit der hoechsten Mercedes-Benz-Dichte (bei zugleich geringstem Bruttosozialprodukt) und den vermutlich meissten Esel- und Pferdewagen in Europa. Weiters faellt uns auf, dass die Mercedcesbesitzer offenbar einen recht aussergewoehnlichen Hang zu sauberen Autos bei gleichzeitig ziemlich staubigen Strassen haben, denn Albanien besitzt auch die hoechste Dichte an Autowaschanlagen (Lahvazh special: oft nur ein kleiner Kaercher, mit Wasch-Schackl). Seltsam. Der Hang zu Automobilzentrierten Geschaeftsmodellen erklaert vermutlich auch die wirklich abartig hohe Tankstellendichte und -diversitaet. Es gibt hier mindestens 40 verschiedene Tankstellenketten, mit teils amuesanten Namen (z.B. EuroDrin – die Zapfsaeule zeigte aber den Spritpreis in deutscher Mark an. Das wunderte Lie schon, gabt ihm aber auch ein gutes, nostalgisches Gefuehl). Seltsam ist auch, dass man in Albanien nicht nickt, wenn man zustimmt, sondern den Kopf schuettelt. Die Leser koennen sich sicher vorstellen, wie das die (ohnehin schwierige, da beiderseits durch Sprachlosigkeit gepraegte) Kommunikation behindert. Wundern  tun sich die Beiden auch darueber, dass es hier mehr Kirchen als Moschjeen gibt, obwohl das Land zu etwa 70 Prozent muslimisch ist. Hm.

Da Liezel ausserdem mit dem Auto unterwegs sind und die Strassen hier manchmal ok, in der Regel aber in die Kategorie “Vollsperrung” fallen duerften, haben sie einen guten Eindtruck davon, wie krass es auf den Strassen zugeht. Metertiefe Schlagloecher. Dirtroads. Erdrutsche usw., geisterfahrende Fahrradfahrer, Gegegenverkehr auf dem Zubringer und Parken auf der Autobahn suedlich von Durres. Irrlichternde Kuehe, Esel, Menschen und die schon legendaere Tolldreistigkeit beim Ueberholen. Hazel fasst es so zusammen:

wer zoegert, verliert

Die Beiden passen sich an und fahren jetzt auch wie manisch-besessene. In Wien wuerden sie entweder sofort verhaftet oder ins Krankenhaus eingeliefert. Lie findet, Autofahren in Albanien sei wie in einem Computerspiel. Hazel meint es sei bloed, dass man nur ein Leben habe (Liebe Muttis, war nur Spass, wir fahren IMMER 30 km/h, echt!) Hier eine kleine Szene:

img_1304

Bild 1 von 7

Abgesehen davon faellt Liezel auf, dass hier in Albanien mit Muell so umgegangen wird wie in Indonesien – z.B. betrachtet Hazel gerade einen sehr schoenen Gebirgsbach, der in den Komanisee fliesst, als die gerade aufkommende, wild-romantische Stimmung durch eine Bierdose gestoert wird, die ein freundlich grinsender Herr in Hohem Bogen ins Gewaesser wirft. Ende der Neunziger war Albanien angeblich voellig muellfrei, da man seinerzeit noch alles wiederverwertet hat. Hm.

In Berat sehen die Beiden das historische Albanien, das es leider ueberwiegend nicht in die Gegenwart geschafft hat, weil es in Albanien (wie in dem damals verbuendeten China) auch eine kleine Kulturrevolution gegeben hat. Enver Hoxa hat sie ermoeglicht. Hier kann man ein wenig dazu lesen. Die Bunker, die in Albanien buchstaeblich ueberall rumstehen stammen aus dieser Zeit (das Bild, das man sich wohl von diesem Regime machen sollte wird durch die Geschichte dieser Bunker abgerundet: Getestet wurden sie auf Hoxas Wunsch, indem man den leitenden Ingenieur in einen dieser Bunker eingesperrt, und diesen dann von einem Panzer beschiessen lies. Als der Ingenieur danach nich ganz tot war, konnte die Massenfertigung beginnen. Es wurden mehr als 600.000 davon gebaut und aufgestellt. Bunkermentalitaet, gell?)

Ueberall, besonders aber im Norden und im Sueden des Landes (es verschlaegt die Beiden noch an einen recht netten Strand an der ionischen Kueste Albaniens) lernen die Beiden aber unheimlich nette Menschen kennen und die Natur ist wunderbar. Liezel geniessen die Reise in vollen Zuegen.

keine(r)

Themen: Albanien | Kein Kommentar »

Skadarsee

Von Lie | 1.Juli 2010

Nach einer angenehmen Fahrt entlang der montenegrinischen Adria, zieht es Liezel wieder mal seitwaerts ins Gebirge. Ziemlich weit im Sueden Monenegros liegt der Skadarsee. Hier gibts ueber 70 (!) Fischaften und etwa 50 Prozent aller in Europa beheimateten Vogelarten. Das gesamte Seegebiet ist touristisch quasi unerschlossen und unglaublich schoen. Ruhig! Der Kontrast zur Adriakueste, an der so langsam der Sommertrubel anfaengt koennte nicht krasser sein. Liezel checken sich eine Wohnung am See, mit sehr viel Lokalkolorit (ostblockstyle) und handeln mit einem Fischer einen fruemorgentlichen Bootstrip auf dem See aus. Sie sehen Reiher, Kormorane und alle moeglichen anderen Viecherln (z.B. Schildkroeten, die hier auf der Strasse rumrobben und einen etwa 10 cm grossen Grashuepfer, der Olli ins Herz schliesst und eine Weile mitfaehrt, bis ihn die Beiden in einer saftigen Wiese absetzen).

Ihr Leser, hier ist es schoen!

Die Beiden naechtigen heute vermutlich auf einem Campingplatz kurz vor Albanien – etwa hier – und zischen morgen weiter!

keine(r)

Themen: Montenegro | Kein Kommentar »

« Voriger Beitrag
  • Kategorien

    Akha Allgemein Ambon Amüsement Arbeit Ausflug Badespass Bali Bedugul Busreise Cook Islands Doc Doktor Flores Indonesien Insel Kalimantan Kambodscha Kündigung Laos Liebe Linde Linde Time Lombok Lombok Malukku Meer Montenegro Neuseeland Neusiedler See Nusa Tenggara Singapur Stadt Strand Sumbawa Tag hinzufügen Trekking Ubud Unterwegs Video Vokuhila Vorbereitungen Wandern Wien Youtube
  • Letzte Artikel

  • Kategorien

  • Translate